Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft ruft heute Lehrer zum Streik auf. In Zerbst werden vier Schulen bestreikt. Doch die Ausfälle durch Krankheit sind immer noch höher.

Zerbst l Heute um 9.05 Uhr fährt der Zug mit den streikenden Lehrern von Zerbst nach Magdeburg ab. Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat zu dem Arbeitskampf landesweit aufgerufen. "Auch an den öffentlichen Schulen des Landkreises Anhalt-Bitterfeld kommt es deshalb erneut zu ganztägigen Arbeitsniederlegungen der angestellten Lehrkräfte und pädagogischen Mitarbeiterinnen", teilte Andrea Stein, Mitglied im GEW-Kreisvorstand, am Montag mit.

In Zerbst sind vor allem vier Schulen betroffen: das Francisceum, die Ciervisti-Sekundarschule, die Schule am Heidetor sowie die Grundschule Astrid-Lindgren.

"19 Lehrer werden wir noch sein", sagte Heike Spieß, stellvertretende Schulleiterin. Von insgesamt 44 Lehrkräften werden heute also 25 fehlen. 15 fehlen allerdings krankheitsbedingt. Die Erkältungswelle hat die Schule besonders schlimm getroffen. "Zwischenzeitlich waren 22 Lehrer krank", sagte die stellvertretende Schulleiterin. Die Schule habe einen Notfallplan, erklärte sie weiter. Schon seit mehr als zehn Tagen wird in der Schule nach Notplänen unterrichtet. Viele Stunden werden durch noch gesunde Kollegen übernommen. Da, wo es nicht geht, fällt der Unterricht aus.

Eine Lehrkraft im Francisceum habe signalisiert, dass sie den Streik unterstützen wird, hieß es aus der dortigen Schulleitung. Mit fünf erkrankten Lehrern ist der Krankenstand wieder auf einer normale Höhe für die Wintermonate. In der vergangenen Woche fehlten noch neun.

Die Schule am Heidetor hat bei den 18 Lehrkräften keine Ausfälle, von den 17 pädagogischen Mitarbeitern fehlen fünf durch Erkältung. "Ja, wir werden auch bestreikt", weiß die Leiterin Sylvia Focke. Nur den Umfang könne sie nicht beziffern. "Wir haben aber einen Notfallplan", fügte sie an.

In der Grundschule An der Stadtmauer sei mit keinem Unterrichtsausfall zu rechen, sagte die Schulleiterin Helgard Kuhrig. Alle Lehrer sind gesund, keiner habe angekündigt, dass er streiken wolle.

Eine Lehrkraft wird in der Astrid-Lindgren-Schule streiken. Dort seien zudem zwei der zehn Lehrer erkrankt. Der Ausfall könne kompensiert werden, hieß es aus dem Sekretariat.

In der evangelischen Bartholomäischule seien alle Lehrer da und es sei auch keiner darunter, der von seinem Streikrecht Gebrauch machen wolle, informierte Sekretärin Katja Dietze.