Das Frühjahrshochwasser kommt und seine Vorboten haben bereits zahlreiche Fähren im Zerbster Umland außer Betrieb gesetzt. In Aken, Barby, Breitenhagen und Coswig ist das Übersetzen über die Elbe bis auf weiteres nicht mehr möglich. Sturmtief " Xynthia " hingegen verschonte die Region. In Zerbst musste keine Feuerwehr zum Einsatz ausrücken.

Zerbst. Der Frühling kommt und mit ihm das Hochwasser. Seit dem vergangenen Wochenende macht der steigende Pegel der Elbe zahlreichen Fährbetreibern ein Strich durchs Geschäft. Sowohl die Akener Fähre als auch die Fähren in Breitenhagen und Barby haben derzeit ihren Betrieb eingestellt. Die Stadtwerke Coswig verlängern derweil ihre traditionelle Winterpause der Coswiger Fähre.

" Das Abtauen

hat erst

begonnen. "

" Die Fähre ruht im Januar und Februar. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen haben wir uns dazu entschieden, den Fährbetrieb nicht wie geplant am 1. März starten zu lassen ", erklärt Betriebsleiter Matthias Mohs. Am Montagmorgen lag der Pegel am Messpunkt Wittenberg bei 4, 49 Metern. " Bis 4, 50 Metern dürfen wir fahren, aber es lohnt sich nicht, zumal der Pegel weiter ansteigt. " Der Start der Fähr-Saison sei auf unbestimmte Zeit verschoben worden.

Bereits am Sonntag haben die Fähren in Aken, Breitenhagen und Barby ihren Betrieb eingestellt. Günther Höpner von den Stadtwerken Aken : " Am Sonntag stieg hier innerhalb von 24 Stunden der Pegel um 1, 30 Meter und es taut weiterhin. " Er rechne mit einem Ausfall der Akener Fähre von mindestens zwei Wochen. Dieser Einschätzung schließt sich auch Andy Kretzmann, Betreiber der Fähre in Breitenhagen, an. " Der Pegel ist schnell angestiegen, aber das ist eben das Frühjahrshochwasser. " Auch das Ordnungsamt der Stadt Barby reagierte auf die steigenden Wasserstände und setzte die dortige Fähre am Sonntag außer Betrieb.

" Zudem ist Barby der einzige Messpunkt in diesem Gebiet, der Alarmstufe 1 überschritten hat ", erklärt Frank Goreczka, Leiter der Hochwasservorhersagezentrale in Magdeburg am Montagmittag. Für die kommenden Tage erwartet er einen langsamen, kontinuierlichen Anstieg der Elbe. " Das Abtauen hat in Tschechien erst begonnen. Das Frühjahrshochwasser ist derzeit noch im Kommen. "

Für das Ordnungsamt der Stadt Barby bedeutet die Alarmstufe 1 : den Fluß weiter zu beobachten. " Wenn der Pegel wieder unter vier Metern liegt, kommt die Fähre wieder zum Einsatz ", erklärt Sachgebietsleiter Dieter Kohle. Bei einem Stand über 5, 60 Metern werde die Fähre in den Hafen gebracht. Montagmorgen lag der Pegel bei 4, 57 Metern.

So ärgerlich die ausgefallenen Fähren für Berufspendler auch sind, eine Bedrohung geht von den derzeitigen Pegelständen nicht aus. Wesentlich mehr Potenzial für Schäden brachte Sturmtief " Xynthia " mit sich, das am Wochenende über Deutschland hinwegzog. Während in Westdeutschland sechs Tote und zahlreiche Sachschäden zu beklagen waren, blieb Zerbst vom Sturm unberührt. " Es ist absolut nichts passiert ", sagt Stadtwehrleiter Jürgen Dornblut auf Nachfrage der Volksstimme. Nicht eine Feuerwehr sei ausgerückt.

" Unsere Mitarbeiter räumen die Spuren des Sturms beiseite "

Auch die Rettungsleitstelle sowie Marina Jank, Pressesprecherin des Landkreises Anhalt-Bitterfeld, zogen ein durchweg positives Fazit des stürmischen Wochenendes : In Zerbst und Umgebung ist nichts passiert.

Lediglich kleine Äste sind gestern durch Mitarbeiter des städtischen Bauhofs eingesammelt worden. " Unsere Mitarbeiter räumen auf ihren gewohnten Touren die Spuren des Sturms beiseite ", erklärte Regina Frens, Leiterin des städtischen Bauhofs. Handelt es sich dabei um größere Äste, die Wege und Straße versperren, werde dies schnell passieren. " Ansonsten sammeln unsere Mitarbeiter die Spuren des Unwetters ein, wenn sie ohnehin unterwegs sind. "