Das Team des Europa-Jugendbauernhofs in Deetz wird derzeit von zwei jungen Frauen verstärkt. Kristin Rausch und Ulrike Pfeifer absolvieren ein Freiwilliges Ökologisches Jahr ( FÖJ ) in der Einrichtung. Die Aufgaben der beiden 19-Jährigen sind vielfältig. Das Spektrum erstreckt sich von der Betreuung der Ferienkinder bis zur Versorgung der Hoftiere. Nebenbei sind handwerkliche Fähigkeiten gefragt.

Deetz. " Es gefällt mir gut. Ich bin froh, dass ich es gemacht habe ", erklärt Ulrike Pfeifer. Lächelnd steht die 19-Jährige hinter ihrer Entscheidung. Da sie nicht wusste, ob es nach der Schule sofort mit einem Studienplatz klappt, entschloss sie sich für ein FÖJ. " Ich wollte noch was Praktisches machen und ich denke, dass man viel an Erfahrung mitnimmt ", sprudelt es aus der Abiturientin aus Wörlitz heraus.

Seit vergangenen September absolviert sie nun gemeinsam mit Kristin Rausch aus Elsdorf ( bei Köthen ) im Europa-Jugendbauernhof Deetz ein Freiwilliges Ökologisches Jahr. " Sie sind sehr verantwortungsbewusst und sehr selbstständig ", sagt Einrichtungsleiter Ulrich Weimeister über die jungen Frauen. Den beiden bietet sich vor Ort ein vielfältiges Aufgabenspektrum, das sie nicht allein auf ihr ähnliches Berufsziel vorbereitet.

Während Kristin Rausch gern Tierarzthelferin werden möchte, will Ulrike Pfeifer im hessischen Gießen Veterinärmedizin studieren. Und auf dem Jugendbauernhof gibt es genügend Tiere, die auch mal krank sind. So wurde die Wörlitzerin Zeuge, wie ein Pony mit einer Zahnvereiterung zu kämpfen hatte. Daneben schaute sie zu, wie Ulrich Weimeister Ziegenböcke kastrierte und legte bei einem Schafbock ohne Scheu sogar selbst Hand an.

" Ich wollte noch was Praktisches machen "

" Die Arbeit mit den Pferden macht am meisten Spaß ", gesteht Ulrike Pfeifer. Zumal sie miterlebte, wie die Huftiere auf dem Hof Einzug hielten. Momentan beherbergt die Einrichtung neben sechs eigenen Pferden zwei Pensionspferde, die gehegt und gepflegt werden wollen. Mit ihnen erweitert der Jugendbauernhof sein Angebot. Erst in den Winterferien stieß das Westernreiten bei den Ferienkindern auf begeistertes Interesse. Bei der Betreuung der Mädchen und Jungen im Alter von acht bis zwölf Jahren halfen die FÖJlerinnen mit. " Das hat viel Freude bereitet ", denkt Ulrike Pfeifer mit strahlenden Augen an den Reitunterricht zurück.

Der Umgang mit Kindern beschränkt sich jedoch nicht nur auf die regelmäßig stattfindenden Ferienfreizeiten. In der Woche schauen jeden Nachmittag zwischen fünf bis acht Mädchen und Jungen auf dem Jugendbauernhof vorbei, um die sich die zwei 19-Jährigen ebenfalls mit kümmern.

Neben ihren pädagogischen Fähigkeiten können FÖJler in Deetz genauso ihre handwerklichen Fertigkeiten schulen. So halfen die zwei jungen Frauen tatkräftig bei der Einrichtung der Sattelkammer und bei der Renovierung der Mehrbettzimmer mit. Außerdem haben sie sich ein eigenes, konstruktives Geschick erforderndes Projekt überlegt. " Wir wollen ein Freigehege für die Kaninchen ", verrät die junge Wörlitzerin.

" Ein FÖJ kann ich nur

jedem empfehlen "

Sie erinnert sich noch gut an ihren ersten Abend in Deetz. Junge Menschen aus den verschiedensten Ländern bevölkerten damals den Jugendbauernhof. Seit inzwischen 14 Jahren treffen dort internationale Studenten bei Workcamps aufeinander, erzählt Ulrich Weimeister, dass diese einen hohen Anteil am Aufbau der Einrichtung haben. Bei Ulrike Pfeifer hinterließ die multikulturelle Begegnung einen " Rieseneindruck ". Mit Sicherheit wird es nicht das letzte unvergessliche Erlebnis innerhalb ihres Freiwilligen Ökologischen Jahres gewesen sein, in dem sie bereits bei der Kartoffel- und Rübenernte mit anpackte.

Träger des FÖJ ist die Stiftung für Umwelt, Natur- und Klimaschutz Sachsen-Anhalt. Sie vermittelt die verschiedenen Einrichtungen und organisiert regelmäßige Bildungsseminare. " Dabei lernen wir die Einsatzstellen der anderen FÖJler kennen ", berichtet Ulrike Pfeifer und ergänzt : " Ich kann das FÖJ nur jedem empfehlen. "

www. euro-hof-deetz. de