Berlin/Zerbst l Premiere feiert Jungautorin Patricia Teslenko am Sonnabend, 28. März, 15 Uhr im Zerbster Fasch-Saal. Ihr Debütwerk mit dem Titel "Es war einmal eine echte Prinzessin" wird die 26-Jährige dann erstmals einem öffentlichen Publikum vorstellen. Mit Volontärin Natalie Häuser sprach sie über das Buch, ihr derzeitiges Leben und Zukunftspläne.

Wollten Sie schon als Kind einmal Schriftstellerin werden?

Patricia Teslenko: Ja. Als kleines Mädchen wollte ich entweder Schriftstellerin oder Bibliothekarin werden. Hauptsache etwas mit Büchern. Ich habe schon als Kind Kurzgeschichten verfasst, aber dann ein wenig den Fokus verloren. Bis ich angefangen habe, das Märchen zu schreiben.

Sie sind jetzt hauptberuflich Fotografin und Bloggerin. Wie kam es dazu?

Neben dem Schreiben war auch die Fotografie bereits in der Kindheit eine Leidenschaft von mir. Ständig ging ich meiner Familie auf die Nerven, wenn ich bei Familienfeiern fleißig knipste. Studiert habe ich aber Germanistik, um danach als Journalistin zu arbeiten. Nach dem Studium in Rostock machte ich ein Praktikum in Berlin bei einem Mode-Onlineportal und kam auf die Idee, eine Art Magazin für Lifestyle für den kleinen Geldbeutel zu schreiben. Mittlerweile habe ich einen sehr abwechslungsreichen Arbeitsalltag, der sich in Blog, Fotografie und Arbeit als freie Redakteurin aufteilt.

Sie sind dann in Berlin geblieben. Warum?

Berlin faszinierte mich, und ich dachte, dass mir hier alle Möglichkeiten offen ständen. Und so war es. Für mich war es leider keine Option, in eine meiner beiden Heimaten, Zerbst und Stendal, denn ich bin mit elf Jahren nach Stendal gezogen, zurückzukehren. Aber Berlin ist nah an beiden Städten und ideal, um die Familie zu besuchen. Tatsächlich schaffe ich es aber leider nur einmal im Quartal. Doch ich bin gern in Zerbst und erhole mich vom Großstadtdschungel.

Schlüpfen Sie auch heute noch gerne in Hofdamenkostüme, in denen Sie als Kind ihre Eltern und Begründer des Fördervereins "Katharina II." zu Veranstaltungen begleiteten?

Ich durfte in den letzten Jahren einige Male in die Rolle der Katharina schlüpfen. Das hat mir auch jedes Mal Spaß gemacht, da ich mich gern verkleide und zu meiner Rolle ja auch eine besondere Verbindung habe.

In Ihrem Märchen geht es um eine echte Prinzessin. Wie viel Prinzessin steckt eigentlich in Ihnen?

Mein Freund nennt mich öfter Prinzessin. Mal meint er es positiv, mal doch eher negativ. Natürlich steckt auch in mir eine kleine Prinzessin. Doch ich bin froh, selbstbestimmt, ohne Adelsverpflichtungen im 21. Jahrhundert leben zu können. Denn auch heute haben es die echten Prinzessinnen nicht immer leicht.

Sind nach der Premierenlesung weitere Termine zur Vorstellung geplant?

Erst einmal nicht. Die Idee zur Lesung kam von meiner Cousine, Tatyana Nindel, die als eine der wenigen von dem Buch wusste und gefragt hat, ob ich es im Rahmen der Kulturfesttage vorstellen möchte. Da konnte ich natürlich nicht ablehnen. Aber nun konzentriere ich mich zunächst auf die Suche nach einem Agenten und Verlag, denn mein größter Wunsch ist es natürlich, das Buch in gedruckter Form in meinen Händen zu halten.

Was möchten Sie mit dem Werk erreichen?

Mein Ziel ist es, Geschichte für Kinder greifbar und interessant zu gestalten. Mein Märchen beruht zum größten Teil auf den wahren Kindheitserlebnissen von Sophie Auguste Friederike, später Katharina II. Diese Erlebnisse habe ich versucht, in einer schönen Geschichte zu verpacken und durch kleine Fantasy-Elemente noch interessanter zu gestalten.

Wie geht es schriftstellerisch für Sie weiter?

Ich bin gerade in der Planung für ein neues Buch, das thematisch aber ganz anders aussehen wird und nicht für Kinder ist. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, eine Fortsetzung der Geschichte oder etwas Anderes, Ähnliches zu schreiben.