Zwei weitere Firmenchefs aus Zerbst gesellen sich 2015 zu den insgesamt etwa 100 Ausstellern auf der Gewerbefachausstellung (Gfa) im Schlossgarten. Michael und René Erxleben sind Geschäftsführer im Stahl-, Metall- und Glasbau und wollen Lust auf Branche und Region machen.

Zerbst l Vom 8. bis 10. Mai öffnet im Zerbster Schlossgarten die 24. Gfa die Türen. Erstmals sind auch die Firmeninhaber Michael und René Erxleben mit dabei. Ersterer führt mit seinem Vater Manfred die Stahl- und Metallbau GmbH ER+TE, gleich im Nebengebäude ist sein jüngerer Bruder René Geschäftsführer des Konstruktiven Glas- und Metallbaubetriebes Zerbst (KGM) im Gewerbegebiet an der Kirschallee.

Unter dem Motto "Die Metallbauer" möchten sich die Familienbetriebe vor allem auch der Jugend als Ausbildungsstätte präsentieren. Zwei Azubis im Bereich Metallbau fehlen in diesem Jahr noch. Ab 2016 sollen auch wieder ein Systemplaner, früher Technischer Zeichner genannt, ausgebildet werden. "Wir erwarten einen Realschulabschluss oder guten Hauptschulabschluss sowie handwerkliches Geschick, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit", zählt Michael Erxleben die Bedingungen für eine Ausbildungsstelle auf. Rund 50 Mitarbeiter sind in beiden Firmen derzeit beschäftigt. "Wir müssen auf der Gfa für das Handwerk klappern und wollen gleichzeitig, dass uns die Besucher aus der Region kennenlernen", sagt René Erxleben. Der Diplom-Ingenieur für Stahl- und Metallbau leitet seit 2006 die KGM. Um die neuen Mitglieder der Metallausstellungsgemeinschaft kennenzulernen und sich einen Eindruck von ihrer Arbeit zu verschaffen, waren auch der Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann und Viola Tiepelmann von der Messeleitung vor Ort. Tiepelmann ist vor allem an der Vereinbarung von Arbeitstag und Privatleben interessiert. "Auf Montage kann der Arbeitstag durchaus zwölf Stunden lang sein", nennt Michael Erxleben die Fakten. Allerdings ist der Freitag dafür frei und die Mitarbeiter schieben keine Nachtschichten.

"Von der Bezahlung her können wir uns inzwischen mit den Tarifen der Industrie messen", so sein 37-jähriger Bruder René. Zudem sei die Arbeit in der KGM keine Serienherstellung, sondern sehr abwechslungsreich.

Im Zerbster Schlossgarten werden die Ausstellungsbesucher auch Handwerksstücke in natura sehen. Obwohl jede der GmbHs ihre "eigenen Spezialitäten" hat, gibt es bei einigen Projekten durchaus eine Zusammenarbeit. "Zum Beispiel bauen wir bei uns keine Fenster und Türen. Die geben wir dann bei der ER+TE in Auftrag", nennt René Erxleben ein Beispiel. Sein 41-jähriger Bruder Michael holt sich bis heute gerne Rat bei Vater Manfred, der mit seiner Erfahrung für den Betrieb noch immer unentbehrlich ist.

"Wer also keine Metallallergie hat, ist in der Region Zerbst gut aufgehoben", fasst Dittmann das Angebot der beiden Arbeitgeber zusammen.

Vielleicht hat Michael Erxleben nach der Gfa nicht mehr ganz so großes Bauchgrummeln, wenn einer seiner Mitarbeiter einen Geburtstag nah an der Altersrente feiert, weil ein neuer Azubi in Sicht ist.