Die Zahl der registrierten Delikte ist im Jahr 2014 um 1379 Fälle im Bereich der Polizeidirektion Ost angestiegen. Insgesamt erfasste die Polizei 32 063 Delikte. Fast jeder zweite Fall war dabei ein Diebstahl.

Zerbst/Dessau l Die Tasche unbeaufsichtigt im Fahrradkorb lassen oder das Portemonnaie nicht aus der Jacke nehmen, wenn man sie an die Garderobe hängt: Der Anteil der Fälle, bei denen Langfinger leichtes Spiel haben, ist 2014 mit 16,8 Prozent konstant geblieben. In der Statistik, welche die Polizeidirektion (PD) Ost in Dessau nun vorstellte, nehmen die "Diebstähle ohne erschwerende Umstände", so der Fachbegriff, genauso viel Raum wie im Jahr zuvor ein. Das bedeutet aber auch, dass insgesamt mehr auf solche Weise entwendet wurde, denn die Zahl der Delikte ist zum Vorjahr um 1379 Fälle auf 32063 angestiegen. Das ist ein Anstieg um 4,4 Prozent.

Insgesamt wurden 920 Diebstähle mehr im Gebiet der PD Ost notiert als im Jahr zuvor. 13 904 Mal wurde etwas entwendet, das sind 43,4 Prozent alle Delikte. Die meisten Fälle werden unter "Besonders schwere Diebstähle" geführt. Das sind jene Fälle, in denen ein Hindernis überwunden werden muss oder besonders viel kriminelle Energie nötig ist, um an die Beute zu gelangen. Darunter sind also alle Einbrüche aufgeführt sowie alle Fälle, für die eine Scheibe eingeworfen oder ein Schloss aufgebrochen wurde. 8532 dieser Fälle stehen in der Statistik 2014. Das sind 696 mehr als im vorangegangenen Jahr. Besonders häufig waren Büroräume und Lager Ziel der Diebe. Die Quote stieg um 19,1 Prozent auf 1099 Fälle. Um einen Prozentpunkt nahm der Prozentsatz der Diebstähle an den Gesamtstraftaten zu und bildet die größte der Verbrechenskategorien.

Die zweitgrößte Gruppe wird von den Vermögensdelikten gebildet. Darunter fallen Kreditkartenbetrug und andere Betrügereien "mit rechtswidrig erlangten unbaren Zahlungsmitteln". Dieser ist von 667 auf 275 gefallen. Das kompensiert sogar den Anstieg der Warenkreditbetrügereien - oft Betrug beim Versandhandel -, die um 233 auf 1901 anwuchsen. Insgesamt verzeichnete die Polizei eine rückläufige Tendenz bei den Vermögensdelikten.

Die drittgrößte Gruppe sind die sogenannten Rohheitsdelikte. Darunter fasst die Polizei gewalttätige Straftaten zusammen. Dabei gab es einen leichten Anstieg von 4015 auf 4050 Fällen, mehr als die Hälfte nehmen davon Körperverletzungen ein. 63 Körperverletzungen mehr als 2013 musste die Polizei nachgehen. Insgesamt waren es 2476 Fälle.

Menschenhandel, Verschleppung, Nötigung, Bedrohung und das Entziehen von Minderjährigen sind "Straftaten gegen persönliche Freiheit". Die Zahl der darunter geführten Fälle sank im Vergleich zum Vorjahr um 51 Fälle auf 1355. 219 Mal wurde jemand im Zuständigkeitsbereich räuberisch erpresst. Das sind 22 Fälle mehr als 2013. 33 weniger Fälle von Rauschgiftdelikten seien 2014 angefallen, heißt es in dem Bericht weiter. Insgesamt waren es 1141 Vergehen, 908 davon waren Konsumentendelikte und 233 Händlerdelikte.

23 Straftaten gegen das Leben notierte die Polizei ebenfalls. Darunter sind neun Totschlagsdelikte, achtmal fahrlässige Tötung und ein illegaler Abbruch einer Schwangerschaft notiert. Fünf Morddelikte sind in der Statistik erfasst. Davon ist einer ein Versuch und ein Fall befand sich in der Vorbereitung, als die Polizei einschritt. Insgesamt liegt die Aufklärungsrate bei 55,3 Prozent. Das sind 1,1 Prozentpunkte weniger als 2013. 92,6 Prozent der 11 180 Delinquenten ist deutsch. 8025 sind davon Männer, 3155 sind Frauen.