Waldemar Haufler ist zwar schon 58, dennoch zählt er zum Nachwuchs des Imkervereins Zerbst und Umgebung. Erst seit zwei Jahren hält der gebürtige Kasache Bienen. Neun Völker besitzt er, acht stehen in einem verwilderten Garten an der B 184 in Zerbst.

Zerbst l "Das Leben ist da", sagt Waldemar Haufler. Die ersten warmen Strahlen der Frühlingssonne lassen seine Bienen ausschwärmen. "Sobald es über zehn Grad ist, fliegen sie, holen Wasser und sammeln Pollen", ergänzt Manfred Werner, Vorsitzender des Imkervereins Zerbst und Umgebung. Krokusse und Schneeglöckchen blühen in dem verwilderten Garten direkt an der Bundesstraße, den er gepachtet hat. "Es sollen noch Sträucher als Bienenweide angepflanzt werden", meint er solche Arten, die den summenden Honigproduzenten besonders viel Nahrung bieten. Auch die Obstbäume erhalten einen ordentlichen Schnitt. Ansonsten jedoch sollen sich Flora und Fauna frei entfalten können.

Acht Völker hat Waldemar Haufler hier stehen. Die Bienenhaltung betreibt der aus Kasachstan stammende 58-Jährige, der seit 2003 mit seiner Familie in Deutschland lebt, erst im dritten Jahr. "Es fasziniert mich und es macht Spaß", erklärt er. Nicht zuletzt möchte der Jungimker mit der Haltung der nützlichen Insekten einen wertvollen Beitrag für die Natur leisten. Immerhin zählen Honigbienen zu den wichtigsten Bestäubern der Blütenpflanzen. Bei Apfel und Kirsche sorgen sie für einen bis zu 50 Prozent höheren Ertrag und für größere Früchte, wie Manfred Werner erläutert. Im Blick hat er da die beiden Kleingartensparten, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem neuen Bienendomizil befinden. "Das ist von beiderseitigem Nutzen", betont der Vereinsvorsitzende. Während die staatenbildenden Insekten in den Parzellen ein vielfältiges Pollen- und Nektarangebot vorfinden, verhelfen sie den Hobbygärtnern zu einer reichen Ernte. Diese sollten deshalb daran denken, beim Spritzen der Pflanzen für Bienen ungefährliche Mittel zu verwenden, bittet Manfred Werner. Auch sollte die Schädlingsbekämpfung möglichst in den Morgen- oder Abendstunden vorgenommen werden, wenn die zierlichen Honigproduzenten nicht unterwegs sind.

Den Reinigungsflug nach dem Winter haben die Bienen bereits absolviert. "Sie sind schon in der Brut", erläutert Manfred Werner, während er sich die gepflegten Beuten von Waldemar Haufler anschaut. "Wer noch bei uns anfangen möchte, könnte seine Völker ebenfalls in diesem Garten aufstellen", bemerkt der Vorsitzende der Imkerfreunde. Zumal sich die Mitgliederzahl in jüngster Vergangenheit positiv entwickelt hat. Alljährlich fanden Aufnahmen - auch jüngerer Bienenhalter - statt. "Ich bin sehr zufrieden mit dem Verein. Er hilft mir", sagt Waldemar Haufler, der spürbar in seinem neuen Hobby aufgeht.