Otto Hoffmann ist genervt. Die Autos, die an seinem Haus vorbeifahren, fahren zu schnell. Vor allem die Lkw machen ihm zu schaffen. Denn die Käsperstraße ist in keinem guten Zustand. Das wird aber vorerst so bleiben müssen.

Zerbst l Der Teil der Käsperstraße, an der sich die Nummer 14 befindet, ist nicht saniert. Ein rund 200 Meter langes Teilstück ist mit Kopfsteinpflaster statt mit Asphalt überzogen. Dort ist der Landkreis zuständig. An genau dieser Stelle wohnt Otto Hoffmann. Er ist mit der Situation alles andere als zufrieden. Er hätte gern, dass die Straße eine neue Deckschicht bekommt. So wie es auch bei den anderen Abschnitten der Straße der Fall ist - bis eben auf jenen bei ihm vor der Tür.

"Die Straße ist auch wegen der Kanalarbeiten in den zurückliegenden Jahren nicht mehr im besten Zustand. Es gibt deutliche Senkungen, es holpert richtig." Das wäre allein ja noch zu ertragen, wären die Autofahrer nicht mit zu hoher Geschwindigkeit unterwegs, wie der Anwohner moniert. Mit bis zu 90 Stundenkilometern, so schätzt er, würden einige Autofahrer ihren Wagen durch die Straße lenken. "Der Großteil ist zu schnell. Vielleicht zehn Prozent halten sich an das vorgeschriebene Tempo 30." Die Lkw sind ihm dabei ein besonderer Dorn im Auge. Durch ihre Masse bringen sie den Boden zur Erschütterung. "Man fühlt sich wie bei einem Erdbeben", macht er deutlich.

Die regelmäßigen Erschütterungen macht Hoffmann auch für Risse verantwortlich, welche die Fassade seines Hauses kreuzen.

Keine Besserung in Sicht

"Die sind nicht nur im Putz, die gehen tiefer", ist sich Otto Hoffmann sicher. Eine stationäre Blitzanlage, so denkt er, könnte sein Problem verbessern. Gelöst werden könne es eigentlich nur durch einen grundhaften Ausbau der Straße. Doch das wird so schnell nicht passieren. "Nein", beantwortet Bernd Schulz die Frage nach einem baldigen Umbau des Abschnittes knapp. Der Sachgebietsleiter Tiefbau beim Landkreis kennt die Problematik. "Da die Käsperstraße dort zum Teil Kreisstraße ist und zum anderen Teil Gemeindestraße, kommt es zu dieser Besonderheit, dass ein Teil nicht saniert wurde." Allerdings habe der Landkreis insgesamt 418 Kilometer Straßen zu betreuen, von den "viele so aussehen wie die Käsperstraße." Daher gibt es eine Prioritätenliste, welche die Rangfolge der Sanierungen anzeigt. "Da stehen andere Projekte vorn, weil diese sehr viel mehr Verkehr führen als die Käsperstraße."

Er wisse, dass sei in diesem Fall keine befriedigende Antwort, er könne aber keine andere geben. Kleinere Reparaturen werden aber weiterhin getan, damit die Straße in ihrer Funktion nicht eingeschränkt wird.

Was die Risse in der Wand betreffe, so führt Schulz weiter aus, müsse der Anwohner nachweisen, dass die Risse wirklich vom Verkehr kommen. "Dazu muss ein Gutachten angefertigt werden, das unter anderem beweist, dass das Haus ausreichend fundamentiert ist."

Dabei gelte nicht der Standard aus dem Jahr des Hausbaus, sondern immer der aktuelle, betont Schulz eine Schwierigkeit. Eigentlich lasse die Rechtslage kaum Möglichkeiten zu, den Kreis dafür zur Verantwortung zu ziehen. "Wenn, dann sind die nur sehr schwer und langwierig erreichbar", sagt Schulz.

Bereits vor zwei Jahren hatte Hoffmann sich an den Landkreis mit der Bitte um Besserung gewendet. "Seitdem ist nichts passiert", moniert der Zerbster. Damals habe Schulz ihm in seinem Antwortschreiben die Situation dargelegt.

Warum er auf das neue Schreiben von Otto Hoffmann von Mitte Januar bislang noch nicht geantwortet hat: "Der Brief kam noch gar nicht bei mir an. Denn eine Antwort bekommt jeder", erklärt Schulz. Auch, wenn es keine zufriedenstellende ist.

 

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