Orkan "Niklas" hinterließ auch in Zerbst seine Spuren. Dächer wurden abgedeckt, die Jeversche Straße blieb auch am Tag danach noch gesperrt. Zu hoch sei das Risiko, dass herunterstürzende Ziegel Passanten verletzen, so Ortswehrleiter Steffen Schneider.

Zerbst l Allein 15 Mal rückten die Kameraden der Zerbster Ortswehr wegen des Orkans "Niklas" am Dienstag aus. "Der erste Einsatz war gegen 14.30 Uhr, der letzte war in den Abendstunden", informierte Ortswehrleiter Steffen Schneider. Gegen 20.45 Uhr halfen Zerbster Kameraden darüber hinaus noch mit dem Hubsteiger in Tochheim aus, um dort einen Sturmschaden zu beheben. "Fast gleichzeitig brannte noch ein Container am Waldfrieden", fügte Schneider an. Da schon am Morgen die Hilfe der Wehr bei einer Wohnungsöffnung benötigt wurde, kam die Truppe auf 18 Einsätze. "Insgesamt waren 31 Kameraden mit sechs Fahrzeugen beteiligt", berichtete Schneider aus der Statistik.

Der Schwerpunkt habe ganz klar in der Jeverschen Straße und der fortführenden Fritz-Brandt-Straße gelegen, so der Feuerwehrmann. "Da sind von mehreren Dächern die Ziegel abgefallen und lagen lose in der Dachrinne."

Obwohl die Zerbster Retter mittels Hubsteiger lose Teile von den Dächern der Häuser sammelten, "konnten wir die Gefahr nicht völlig beseitigen." Daher sperrte die Feuerwehr die Jeversche Straße auch während der Nacht. "Das Ordnungsamt muss nun dafür sorgen, dass die Gefahr beseitigt wird", so der Fachmann. Gestern Nachmittag konnte Stadtsprecherin Antje Rohm vermelden, dass die Straße wieder freigegeben wurde.

Auch vor der Postfiliale in der Fritz-Brandt-Straße hatte die Wehr abgesperrt. "Wir hatten uns dazu entschieden, obwohl wir die losen Dachziegel weggesammelt hatten, den Weg vor dem Haus gesperrt zu halten." Das sei gut gewesen, erzählte er weiter. "Plötzlich lösten sich nämlich genauso viele Ziegel noch einmal und verfehlten meine Kameraden nur knapp."

Auf der Schloßfreiheit sicherten sie anschließend Dachziegel vom Rathaus und sperrten an der Bartholomäikirche ein Teilstück ab, damit keine Fußgänger verletzt wurden. Der Schaden am Dach des Rathauses bedingt, dass die Katharina-Sammlung bis zum 8. April geschlossen bleiben muss.

Etwa zu gleichen Teilen mussten die Kameraden Dachziegel beräumen, umgestürzte Bäume beseitigen oder Bäume, die umzustürzen drohten, sichern.

Schneider wies darauf hin, dass er Prioritäten setzen müsse. "Wir haben Einsätze auf privaten Geländen hinten angestellt. Der öffentliche Raum geht vor", sagte er. Die Feuerwehrleute haben den Gefahrenbereich abgesperrt, sich dann aber um die öffentlichen Bereiche kümmern müssen.

Insgesamt sei er mit der Arbeit im Zerbster Stadtgebiet sehr zufrieden gewesen. "Solche Einsatzreihen hatten wir in den vergangenen Jahren auch schon, da werden wir uns wohl dran gewöhnen müssen", sagte der Ortswehrleiter. Die Zusammenarbeit mit der Stadtwehrleitung sei sehr gut gewesen, ergänzte er.

Auch Stadtwehrleiter Denis Barycza lobte die Kameraden der Wehren. Für ihn war es der erste größere Einsatz in seiner Amtszeit, die erst seit März läuft. "Es war ja nicht allzuviel zu koordinieren", sagte er. Die Wehren haben selbstständig die Einsätze abgearbeitet. Das sei alles reibungslos verlaufen. "Es gab nicht mal viele Alarmierungen. Oft wurde den Wehren direkt Bescheid gegeben", sagte Barycza. Die Einsatzberichte laufen nun nach und nach bei ihm auf.

In Garitz hat die örtliche Wehr drei Bäume beseitigt.

Ebenso zerschnitten die Kameraden in Bias einen Baum, der auf die Bundesstraße 187a gefallen war.

In der Steutzer Flachswerksiedlung mussten die Feuerwehrleute einen Baum entsorgen.

Zwischen Walternienburg und Güterglück sorgten die Walternienburger dafür, dass der umgekippte Baum entfernt wurde.

In Leps war ein Baum auf ein Haus gestürzt, die Feuerwehren aus Steutz, Steckby und Bias lösten das Problem gemeinsam.

Auf der Landesstraße 55 wurden die Lindauer Kameraden aktiv und entfernten einen Baum. Die Mühlsdorfer waren in ihrem eigenen Ort im Einsatz.

Hilfe aus Zerbst war in Tochheim nötig. Nur mit Hubsteiger konnte ein Baum beseitigt werden, der über einer Straße und einer Telefonleitung festhing. Die Wehren aus Hohenlepte, Güterglück und Nutha waren auch angerückt.

Die Nedlitzer Feuerwehr beseitigte einen Baum zwischen Hagendorf und Reuden-Süd.

"Falls der Wind anhält, sind die Wehren auf jeden Fall vorbereitet", sagte Barycza.

 

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