Die Zerbster Kulturfesttage endeten am Sonntag. Die 50. Auflage des Kulturfestivals sei insgesamt positiv verlaufen, verriet Kulturamtsleiterin Antje Rohm Volksstimme-Redakteur Sebastian Siebert im Interview.

Die 50. Auflage der Kulturfesttage ist zu Ende. Wie bewerten Sie die Veranstaltungen insgesamt?

Antje Rohm: Die 50. Zerbster Kulturfesttage waren ein schöner und würdiger Jubiläums-Jahrgang. In den vergangenen vier Wochen gab es 25 Einzelveranstaltungen zu erleben und sieben Sonderausstellungen zu sehen. Hier gilt der ausdrückliche Dank noch einmal allen Vereinen und Institutionen, Einzelkünstlern und Künstlergruppen, aber auch Förderern und Sponsoren, die zum Erfolg beigetragen haben.

Was macht den Erfolg konkret aus?

Wir konnten, insbesondere mit der Hauptausstellung als hochkarätiger Retrospektive, die bisherige Geschichte der traditionsreichen Kulturwochen eindrucksvoll Revue passieren lassen. Wir haben gespürt, wie lebendig die Kulturfesttage auch nach 50 Jahren noch sind und zugleich zukunftsorientiert - in ihrer Mischung aus professioneller und Laienkunst, ihren Angeboten für jede Generation und ganz besonders auch für Kinder und Jugendliche und von ihnen sowie den insgesamt so vielseitigen Veranstaltungen.

Was lief aus ihrer Sicht besonders gut?

Das Eröffnungskonzert mit "Good Vibrationzz" in der Aula des Francisceums, der Vortrag von Helmut Hehne im Katharina-Saal der Stadthalle und, ebenfalls dort, das Abschlusskonzert mit dem Rundfunk-Jugendchor Wernigerode waren die besucherstärksten Veranstaltungen. Aber auch die anderen Angebote, zum Teil in kleineren Räumlichkeiten, haben zur Freude der jeweils die Veranstaltung ausrichtenden Vereine und Institutionen ihr Publikum gefunden. Die Resonanz war durchweg positiv. Besonders schön war auch, um nur noch ein Beispiel hervorzuheben, dass sich mit dem Gastspiel des Theaterspielclubs neben Jever auch unsere Partnerstadt Nürtingen wieder an den Kulturfesttagen beteiligt hat. Die jungen Theatermacher haben mit ihrem Stück auf der Stadthallenbühne ebenfalls etwa 200 Grundschüler begeistert.

Was war verbesserungswürdig?

Verbesserungswürdig war nichts in dem Sinn, dass etwas nicht geklappt hätte. Abgesehen davon ist es natürlich ständiges Anliegen aller Veranstalter und Akteure, den Besuchern ein bestmögliches Festtage-Angebot zu bieten. Dazu gehört auch die Suche nach immer wieder neuen Ideen, die Bewährtes ergänzen.

Gab es Neuerungen und wie haben die gewirkt?

Neu beziehungsweise anders war in diesem Jahr der veränderte Zeitraum der Zerbster Kulturfesttage, die 14 Tage später als sonst begonnen haben. Und wir hatten keine spezielle Vernissage am Freitagabend. Beides war aber den besonderen Umständen dieses Jahrgangs geschuldet. Zum einen der bis Mitte Februar gezeigten Korrespondenzausstellung im Museum. Zum anderen, dass wir keine Personalausstellung hatten, sondern die Festtage-Retrospektive. Nach jetzigem Stand werden wir 2016 da wieder zum gewohnten Ablauf zurückkehren.

Sind Sie zufrieden mit der Publikumsresonanz?

Die Veranstaltungen und Ausstellungen hatten fast 4200 Besucher. Dazu kommen die Interessenten an der "Jungen Kunst in Anhalt" im Francisceum. Damit sind wir im Bereich der vergangenen Jahre und durchaus zufrieden. Was nicht heißt, dass wir uns nicht auch über noch mehr Besucher freuen würden.

Was wird uns im kommenden Jahr erwarten?

Auf jeden Fall sicher wieder ein buntes und vielseitiges Kulturfesttage-Programm. Die Vorbereitungen darauf werden wir gemeinsam mit den Vereinen und Institutionen im Frühsommer beginnen. Einen kleinen "Festtage-Nachschlag" gibt es aber noch in den kommenden Wochen. Die "Junge Kunst in Anhalt" bleibt noch bis Ende April im Francisceum. Preisträgerarbeiten werden dann an mehreren Stationen in einer Wanderausstellung zu sehen sein, unter anderem im Rathaus. Hier zeigen wir bereits ab 1. April auch noch einmal ausgewählte Schülerarbeiten aus der Hobbyausstellung.

 

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