Zerbst (aam) l Viele Vogelfreunde warten schon sehnsüchtig auf "ihre" Schwalben. Die ersten Rauchschwalben sind in Sachsen-Anhalt bereits eingetroffen. Die kleineren Mehlschwalben folgen etwas später. Auch in diesem Jahr ruft der Naturschutzbund (Nabu) Sachsen-Anhalt wieder Schwalbenfreunde auf, bei der Nabu-Aktion "Schwalbenfreundliches Haus" mitzumachen. Wer mit den Schwalben in enger Nachbarschaft lebt oder deren Ansiedlung fördert, kann sich um die Plakette "Schwalbenfreundliches Haus" bewerben.

Der Nabu möchte mit der Auszeichnung von Gebäuden, in oder an denen Schwalben nisten, um Toleranz und Verständnis, aber auch um Akzeptanz für die Vögel werben und auf schwindende Brutmöglichkeiten hinweisen.

363 Schwalbenfreunde schon ausgezeichnet

2012 startete erstmalig die Nabu-Aktion "Schwalbenfreundliches Haus" mit freundlicher Unterstützung des Umweltministeriums. Im letzten Jahr wurden 141 Schwalbenfreunde ausgezeichnet. Die meisten Bewerber kamen aus den Landkreisen Salzlandkreis, Börde, Saalekreis, Anhalt-Bitterfeld und Jerichower Land.

Der Nabu Sachsen-Anhalt zeichnete in den letzten drei Jahren 363 Schwalbenfreunde aus. "Besonders erfreulich ist die Vielfalt unter den Bewerbern, da sich neben Bürgern mit ihren privaten Wohnhäusern und Ställen, Scheunen, Garagen, Werkstätten oder Schuppen auch Betriebe (Energiegesellschaft, Klärwerk, Kieswerk, Landwirtschaftsbetriebe, Betriebshof eines Grünflächenamtes, Bäckerei und Getränkehandel), aber auch Pferdehöfe, Tankstellen, Hotels, Pensionen, Schulen und Kindergärten für den Schwalbenschutz engagieren", berichtet Annette Leipelt vom Nabu Sachsen-Anhalt.

Übrigens: Gebäude, die eigens für die Ansiedlung von Schwalben gebaut wurden (Schwalbentürme, umgebaute oder nicht mehr in Betrieb befindliche Trafohäuser) können keine Auszeichnung erhalten.

Plakette und Urkunde für die Gewinner der Aktion

Der Nabu Sachsen-Anhalt freut sich über die Bewerbungen. Verliehen werden eine wetterfeste Plakette zur Anbringung an der Hauswand und eine Urkunde. Die Plakette kann werbewirksam am Haus angebracht werden.

Mehl- und Rauchschwalben leisten in den Dörfern einen wichtigen Beitrag, auch für die Lebensqualität des Menschen, denn sie ernähren sich ausschließlich von fliegenden Insekten. Die Hinterlassenschaften von Mehlschwalben auf Häuserfassaden führen jedoch oft zu Diskussionen von Hausbesitzern. Schmutzabweisende Fassadenfarben verhindern den Neubau der Lehmnester.

Leider werden auch bei Haussanierungen Nester entfernt - häufig gar widerrechtlich. Die vor allem in Ställen nistenden Rauchschwalben haben dagegen Probleme, weil moderne Stallanlagen entweder verschlossen sind oder nicht den Lebensraumansprüchen der Schwalben genügen, begründet der Nabu.

Die Bewerbungsunterlagen können telefonisch oder per E-Mail beim NABU Sachsen-Anhalt angefordert werden. Weitere Informationen finden Schwalbenfreunde im Internet unter www.nabu-lsa.de unter Projekte/Schwalben.