Köthen (ssi) l Der Haushalt des Kreistages ist beschlossen. Mehrheitlich stimmten die Kreistagsmitglieder dafür. Die Linke und die AfD votierten gegen den Haushalt. Sie wollten damit gegen die geringen Zuweisungen vom Land ein Zeichen setzen. Alle beteiligten dürften damit zufrieden sein. Denn Günter Herder (Linke) hatte es zuvor auf den Punkt gebracht: "Lehnen wir diesen Antrag ab, nehmen wir uns selbst in die Pflicht. Dann müssen wir einen Haushalt liefern, der ausgeglichen ist." Und das hätte schmerzliche Einschnitte bedeutet. Bevor die Vorsitzenden der Fraktionen ihre Kommentare vorm Beschluss des Haushalts verlesen konnten, hatte Landrat Uwe Schulze (CDU) noch gute Nachrichten vortragen können. Der Kreisverwaltung und dem Kreis- und Finanzausschuss war es gelungen, das Defizit von mehr als sieben Millionen Euro um mehr als die Hälfte abschmelzen zu können. "Abschmelzen, nicht ausmerzen", sagte Schulze. 3,1 Millionen beträgt das Defizit nun noch. Generell hätte ein ausgeglichener Haushalt aufgestellt werden können, meinte der Landrat. Die steigende Kosten im Asylbewerberbereich bringen rund 2,5 Millionen Euro Mehrbelastungen und gleichzeitig schrumpfe die Zuwendung durch das Land, was 1,8 Millionen Euro in diesem Jahr beträgt. Ohne diese Mehrbelastung wäre auch die Erhöhung der Kreisumlage, die 1,3 Millionen Euro in die Kasse des Kreises spült, nicht nötig gewesen.