Gommern l Schwemmhölzer haben es Dr. Thomas Ludewig angetan. Das Weiche habe das Wasser alles weggespült. Was er finde und wie er es finde, dabei spiele der Zufall eine große Rolle, erzählt er fasziniert. "Da ist nichts planbar." Stücke, die ihm gefallen, nimmt der Hallenser auf seinen Spaziergängen entlang der Elbe oder Mulde mit nach Hause, um dazu "passend in Farbe und Form Keramiken zu schaffen". Miteinander verbunden ergeben Schwemmholz und Keramik eine untrennbare und ästhetische Einheit.

Aber auch Hölzer direkt aus dem Wald finden den Weg in Thomas Ludwigs Atelier. In der Ausstellung in Gommern ist beispielsweise ein Astansatz zu sehen, den die Forstarbeiter liegen ließen, weil sie keine weitere Verwendung dafür hatten, während Dr. Ludwig darin künstlerisches Potential erkannte.

"Wenn ich ein Stück Holz sehe, weiß ich gleich, ob mir dazu etwas einfällt oder nicht", erklärt er seine Arbeit. Kommt ihm spontan keine Idee, lasse er das Stück liegen. Denn er weiß: "Dann fällt mir nie dazu was ein".

Allerdings dauert der Schaffensprozess, bis Holz und Keramik zueinander finden, unterschiedlich lang. Davon wird Thomas Ludewig am Sonnabend zur Vernissage in der Kulturwerkstatt berichten.

Student Eric Beyer ist sein Mitaussteller, der das Gegenständliche um Fotografien der Vergänglichkeit ergänzt. Im Wind gepeitschte Bäume sind ebenso sein Motiv wie Naturschönheiten und Großstadtsituationen.

Über Freunde aus Burg, die ihm von der Kulturwerkstatt erzählten, kam der Kontakt des Hallensers nach Gommern zustande. Nach einem Vorgespräch am Telefon kam Dr. Ludewig in die Ehlestadt, um sich die Räumlichkeiten anzusehen. "Und beim Aufbau habe ich obendrein noch so fleißige Helfer. Das ist alles andere als selbstverständlich." Brunhilde Schmehl und Gisela Scheffler halfen ihm bei der Ausgestaltung der Räumlichkeiten. "Das gehört bei uns mit dazu", sagte Gisela Scheffler.