Zerbst l Ein äußerst erfolgreicher Saisonauftakt liegt hinter den Mitgliedern des Fördervereins Schloss Zerbst. Nach dem mitreißenden Konzert mit dem Ensemble Calmus zur "Fasch-Midnight" hat die erste Sonntagsöffnung des Jahres zahlreiche Interessenten angelockt. "In nur zwei Stunden konnten wir 168 Gäste zählen", berichtet Jana Reifarth von der positiven Resonanz. Vor allem das visuell rekonstruierte Zedernkabinett, der einst prächtigste Raum des barocken Fürstensitzes, wirkte als Besuchermagnet.

Zehn Vereinsmitglieder waren im Einsatz, um die individuellen Besichtigungen über zwei Etagen und die angebotenen Führungen abzusichern. Sie freuten sich nicht nur über den so regen Zustrom, sondern ebenfalls über die anerkennenden und lobenden Worte über das bereits Geschaffene. Dank verschiedener Sicherungsmaßnahmen nahmen im Zweiten Weltkrieg zerstörte Bereiche im erhaltenen Ostflügel wieder Gestalt an und längst sind nicht alle Vorhaben umgesetzt. Die stetigen Veränderungen lassen Stammbesucher regelmäßig vorbeischauen. So nutzten einige die Sonntagsöffnung, um sich über Neues zu informieren. Abstecher in die Ausstellungsräume des Fördervereins Katharina II., der Fasch-Gesellschaft und des Heimatvereins durften bei den meisten nicht fehlen, wie Jana Reifarth schildert.

Sie hatte bereits am Freitag die erste Sonderführung übernommen und eine Gruppe mit der Historie des Barockbaus und dem damaligen Leben des Adels vertraut gemacht. Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Anke Hiemer wandelten sieben Schülerinnen des Russisch-Leistungskurses des Gymnasiums Tangermünde auf den Spuren von Zarin Katharina der Großen (*1729 bis 1796), der gebürtigen Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst. "Hier wird sich so viel Mühe gegeben", würdigt Anke Hiemer das Engagement des Schlossvereins. Neben der früheren Fürstenresidenz sahen sich die Hansestädter unter anderem ebenfalls die Katharina-Sammlung auf der Schloßfreiheit und das Zerbster Museum am Weinberg an. Besondere Faszination rief das Francisceum bei den Elft- und Zwölftklässlerinnen hervor, wie Jana Reifarth erzählt. Sie zeigte ihnen all die geschichtsträchtigen Ecken, engagiert sie sich doch nicht nur im Vorstand des Schlossvereins - hier kümmert sie sich hauptsächlich um die Öffentlichkeitsarbeit-, sondern ebenfalls als ehrenamtliche Gästeführerin der Stadt.

Sichtlich erschöpft, aber mit vielfältigen Eindrücken und neuen Erkenntnissen kehrten die Tangermünder schließlich heim. "Ich denke, dass wir diese Exkursion zur Tradition werden lassen", sagt Anke Hiemer.