Zerbst (dap) l Die Zerbster Krähenkolonie zieht zunehmend den Unmut von Anwohnern auf sich. Sie klagen über Lärmbelästigungen und Verunreinigungen durch den Kot der Rabenvögel. Ein Vorgehen gegen die Ausbreitung der Saatkrähen ist kaum möglich, handelt es sich doch um eine geschützte Art. Längst bauen die schwarzen Vögel ihre Nester nicht mehr nur im Schlossgarten, sondern ebenfalls zwischen den Wohnblöcken an der Neuen Brücke und in der Klappgasse. "Wir sind schon seit mehreren Jahren an der Thematik dran, weil es immer wieder Beschwerden von Bürgern gibt", erklärt Ordnungsamtsleiterin Kerstin Gudella. Die Handlungsmöglichkeiten der Stadt sind jedoch begrenzt. Wie Andreas Rößler erläutert, handelt es sich hier um Saatkrähen, die zu den besonders geschützten Arten zählen. Ihre Nester zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören sei verboten, verweist der Leiter der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Anhalt-Bitterfeld auf das Bundesnaturschutzgesetz. "Anfang Februar haben wir uns schriftlich an das Landesverwaltungsamt gewandt", informiert Kerstin Gudella. In dem Schreiben wird um eine Prüfung gebeten, "ob und welche Möglichkeiten zur Entfernung der Nester bestehen". Eine Reaktion seitens des Landesverwaltungsamtes hat die Stadt bislang nicht erhalten. "Wir haben jetzt eine Frist bis zum 30. April gesetzt", erzählt Kerstin Gudella und betont: "Wir sind an dem Problem dran und lassen nicht locker." "Es gibt kein Problem", sagt indes Gunthard Dornbusch von der Staatlichen Vogelschutzwarte in Steckby. Alljährlich zählt er selbst die Saatkrähen in Zerbst. Zwischen 100 und 190 Vögeln schwanke der Bestand, erklärt er mit Blick auf die Daten des regelmäßigen Monitorings.