Walternienburg (pwi) l Immer schon geschichtlich interessiert und beeindruckt, wie sich Hubert Rose in Walternienburg eingesetzt hatte für das Gedenken an die Kriegsopfer, ist Annemarie Niemann seit einigen Jahren ebenfalls in die Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung involviert. Als Schülerin am Francisceum kam sie zu dem Projekt, hielt den Kontakt zu Rose und unterstützte ihn. In diesem Jahr verlas die 23-jährige Studentin der evangelischen Theologie einen Brief, den sie von einem amerikanischen Kriegsveteranen erhalten hatte, der vor vier Jahren in Walternienburg war. Der Brief richtete sich an die Anwesenden vor Ort:

"...im Namen der 83. Infanterie-Division danke ich euch für die Einladung zu dieser jährlich stattfindenden großen Gedenkveranstaltung. Ich bedauere, dass es uns unmöglich ist, körperlich dort anwesend zu sein, aber obwohl 4000 Meilen weit weg, sind wir im Geiste ganz bestimmt mit euch.

Am 12. April 1945 um 13.30 Uhr überquerte die 83. Infanterie-Division mit allen zugehörigen Verbänden in Sturmbooten die Elbe. Sie kam die ersten vier Kilometer ruhig voran bevor sie unter Feuer genommen wurde. Heute gedenkt ihr des für beide geheiligten Bodens für die deutschen und die amerikanischen Truppen, die hier auf dem letzten großen Schlachtfeld gekämpft haben und gefallen sind. Wir ehren die ausgebildeten und disziplinierten Soldaten, die den langen Weg von Frankreich über gekämpft haben, nur um an diesem Ort, bevor der Krieg endete, ihr Leben zu verlieren. Dies befreite alle Menschen von den Überresten des 1000-jährigen Reiches.

Wir erinnern uns an unseren Freund Herrn Rose, der, nur 16 Jahre alt, gefangengenommen wurde kurz nachdem man ihm befohlen hatte, kämpfen zu gehen, nur mit einem Gewehr und einer Schachtel voll Granaten. Unsere Gedanken gehen zurück zur Kameradschaft, die wir während unseres letzten Besuches hatten.

Wir danken im Besonderen Annemarie Niemann, Heike Richert und den anderen für die Arbeit, die sie tun, um uns zusammenzubringen für diese Gedenkfeiern. Um zu schließen, meine Bitte an alle: Erinnert euch, erinnert euch und erinnert euch! Herzlich Bill Spriggs und Familie."