Zerbst l Frauen wollen Frisörinnen werden, Männer Mechatroniker. Spätestens seit der Karriere von Starfrisör Udo Walz sollte das Vorurteil von geschlechtertypischen Berufen widerlegt sein, doch noch immer wählen beide Geschlechter aus den zehn immer gleichen Berufen. Der Girls-Day soll damit Abhilfe schaffen. Die Idee dahinter: Junge Mädchen sollen an sogenannte Männerberufe herangeführt werden. Ausbilder Holger Bustro von der Werkzeugmaschinenfabrik (Wema) in Zerbst kennt das zur Genüge: Von 33 Auszubildenden hat er nur eine Auszubildende. Zu wenige Bewerbungen kommen von Frauen, sagt er. Die Berufe Zerspaner, Elektriker, Mechatroniker und Industriemechaniker, die bei der Wema erlernt werden können, können sowohl von Frauen als auch von Männern ausgeübt werden. "Frauen hätten als Bewerber gute Chancen auf eine der Ausbildungen", meint er.

Luisa Gerlach ist 17 Jahre jung und im ersten Jahr der Ausbildung. Sie betreut einen Teil der 16 Jungen und Mädchen, die ihren "Zukunftstag", - denn seit fünf Jahren gibt es wegen des großes Erfolgs des Girls-Days auch einen Boys-Day - in der Zerbster Fabrik verbringen. Geduldig zeigt das Mädchen mit den blonden Haaren, wie die Schüler an einem Werkstück feilen, sägen, bohren und anreißen können, damit am Ende jeder ein persönliches Namensschild hat. "Sie stellen sich gar nicht so schlecht an", meint die 17-Jährige. "Die Mädchen sind auch sehr gut", urteilt sie. Das sage sie nicht nur, weil sie die Geschlechtsgenossinnen loben wolle. Das sei ihre fachliche Meinung, betont Luisa Gerlach.

Ob sie gern noch mehr Kolleginnen hätte, beantwortet sie mit: "Eigentlich ist es auch ganz gut, das einzige Mädchen zu sein."

Und lächelt.