Zügig ging die Gewässerschau im Bereich Zerbst am Donnerstag vorüber. Der Graben im Schlosspark solle bereinigt werden, konnte die Geschäftsführerin des zuständigen Unterhaltungsverbandes Maja Schochardt verkünden.

Zerbst l Maja Schochardt, Geschäftsführerin des Unterhaltungsverbandes Nuthe-Rossel, begrüßte eine kleine Gruppe interessierter Bürger zu Gewässerschau auf dem Parkplatz am Volkspark in Zerbst am Donnerstagnachmittag. Der Flutgraben, so berichtete sie eingangs, sei als Gewässer erster Ordnung in diesem Jahr abgestuft worden und befinde sich nun in der Unterhaltungspflicht ihres Unterhaltungsverbandes. Dann stellte sie sich den Fragen der Teilnehmer und bot an, Problemstellen gleich zu besichtigen.

Ein Bewohner der Käsperstraße in Zerbst erklärte, dass sein Haus direkt an der Nuthe liege. Seit kurzem habe er starke Probleme damit, dass ihm Wasser in den Keller laufe, sobald die Nuthe auch nur geringfügig höheres Wasser führe. Regenwasser könne er ausschließen, so der Betroffene und wollte wissen, ob es einen Zusammenhang mit dem Bewuchs der Nuthe gebe. Schließlich habe es früher keine Probleme gegeben und seiner Ansicht habe die Nuthe noch mehr Platz gehabt.

Maja Schochardt verwies darauf, dass ihr Verband an dieser Stelle nicht zuständig sei, sondern das Land Sachsen-Anhalt. Margrit Rühe von der unteren Wasserbehörde des Landkreises ergriff das Wort. Ob sich die Pegelstände seit der DDR in der sogenannten Bornaer Nuthe verändert haben, könne sie nicht sagen. Aber sie kenne die Problematik und wisse deshalb auch, dass seit 2011 in allen Gebieten des Landkreises der Grundwasserspiegel gestiegen sei. Auch wenn es vielmehr den Bereich Köthen betreffe, seien auch in Zerbst stellenweise stark gestiegene Pegel vorzufinden. Grund seien starke Niederschläge gewesen, die auch die vergangenen Jahre haben nicht relativieren können. Gebe es dazu noch unvorteilhafte Bodenverhältnisse, könne das Wasser eben in den Keller eindringen. In diesem Falle sei der Besitzer in der Pflicht, seinen Keller ordnungsgemäß zu versiegeln. Für Ansprüche gegen ihre Behörde müsse der Zerbster beweisen, dass es ausschließlich an der Nuthe liege. Das gehe nur über ein Gutachten. "Das befriedigt mich nicht", sagte der Fragende, der sich kurz darauf verabschiedete und unverrichteter Dinge von dannen ziehen musste.

Maja Schochardt schlug vor, den Schlosspark zu besuchen. Dort solle das schon für das vergangene Jahr vorgesehene Projekt in diesem Jahr umgesetzt werden: Die Stadtnuthe solle gekrautet, eventuell sogar geräumt werden.