Der Feldahorn ist der Baum des Jahres. Am Sonnabend wurden Hunderte auf einer Aufforstungsfläche bei Vogelsang gepflanzt. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald hatte dazu eingeladen.

Vogelsang l Eine Nebenbaumart hat es ins Rampenlicht geschafft. Der Feldahorn ist der Baum des Jahres 2015. Vom Wuchs ähnelt der Feldahorn oft eher einem Strauch als einem Baum, aber das Prädikat "ökologisch sehr wertvoll" verdient er nichtsdestotrotz. Beispielsweise weil er hohen Temperaturen gut standhalten kann. Eine wichtige Eigenschaft angesichts des Klimawandels. Der Landesforstbetrieb werde in Zukunft stärker auf den Feldahorn setzen, kündigte Bernd Dost, Direktor des Betriebes, an.

Im Revier Elbaue in Vogelsang wurden am Sonnabendmittag hunderte Feldahorne gepflanzt. Anlässlich des Tages des Baumes setzten die Besucher der Zentralveranstaltung der Schutzgemeinschaft Deutschen Wald mit ihren Spatenstichen den Schlusspunkt unter der Aufforstung einer Fläche hinter dem Forsthaus Vogelsang. Diese hatte erst durch Sturm, dann durch das Elbehochwasser 2013 schwere Schäden davongetragen.

Die Optiker-Kette Fielmann unterstützt die Pflanzaktion des Landesverbandes traditionell. In Vogelsang wurden neben den 200 Feldahornen auch 7000 Stieleichen und 2800 Edellaubhölzer gepflanzt. "Jedes Jahr pflanzen wir pro Mitarbeiter jeweils einen Baum", erklärte Kerstin Neitzel, Fielmann-Regionalleiterin Sachsen-Anhalt/Brandenburg.

Am Spaten aktiv wurden unter anderem Umweltminister Dr. Hermann Onko Aikens (CDU). Er berichtete stolz, dass Sachsen-Anhalt beim Zuwachs an Wald bundesweit an zweiter Stelle liege. "Wir brauchen den Wald aus ökologischer Sicht und als Wirtschaftsfaktor." Er lobte die Arbeit der Schutzgemeinschaft als "Rechtsanwalt des Waldes in Deutschland" und betonte, dass es das ehrenamtliche Engagement für den Wald benötige.

Durch seine beiden Söhne wurde Landrat Steffen Burchhardt (SPD) beim Pflanzen der Feldahorne unterstützt. Er nutzte die Veranstaltung, um sich gegen den Verkauf des Kommunalwaldes des Jerichower Landes auszusprechen. Als oberster Grundsatz gelte das Prinzip der nachhaltigen Waldbewirtschaftung. "Daher liegt die Beachtung nicht nur im jährlichen Holzeinschlag, um Einnahmen zu erzielen, sondern auch im Vorratsbau, welcher etwa ein Viertel des Zuwachses beträgt." Indem die großflächigen Kiefernbestände langfristig zu Mischbeständen mit höheren Laubholzanteilen umgewandelt werden sollen, leiste der Wald neben seiner Nutzfunktion auch seine Schutz- und Erholungsfunktion.

Mit ihren Liedern und Gedichten rundeten die Jungen und Mädchen des Salbker Chores und der Kita Schlupfwinkel den Tag des Baumes bei Vogelsang ab.

Umweltminister Aikens gab sich übrigens mit dem vorgefertigten Loch für den Foto-Feldahorn nicht zufrieden und zog zur nächsten freien Stelle, um noch mehr zu pflanzen.