Ampel oder Kreisverkehr an der Kirschallee-Mündung? Diese Alternativen riefen 2011 zahlreiche Diskussionen hervor. Mit der weiteren Sanierung der Bundesstraße 184 rückt die Frage des Ausbaus dieses Kreuzungsbereiches wieder in den Fokus.

Zerbst l Im Zuge der weiteren Sanierung der Bundesstraße (B) 184 in Zerbst gerät der Einmündungsbereich Kirschallee jetzt erneut in den Fokus. 2011 herrschte Uneinigkeit über die Gestaltung der rege frequentierten Kreuzung. Der Baulastträger - der Landesstraßenbaubehörde (LSBB) Sachsen-Anhalt, Niederlassung Ost - zog damals höchstens eine Ampelanlage in Betracht. Unterdessen favorisierte die Stadt einen Kreisverkehr. Viele Bürger begrüßten diese Lösung, Landtagsabgeordnete unterstützten diese Variante.

Momentan ist offen, wie der als Unfallschwerpunkt eingestufte Bereich verändert wird. Die Planungen zum Um- und Ausbau hat der Landesbetrieb vorerst ausgesetzt, wie Regionalbereichsleiter Oliver Grafe mitteilt. Hintergrund ist der Ersatzneubau der Jannowitzbrücke über die Bahngleise, mit dem 2016 begonnen werden soll. Damit ist das Gewerbegebiet Altbuchsland zukünftig wieder direkt über die Kirschallee von der B 184 aus erreichbar. Zudem soll die Karl-Marx-Straße ausgebaut werden.

Der dann zu erwartende Quell- und Zielverkehr sowie die weitere Entwicklung des angrenzenden Industriegebietes müsse berücksichtigt werden, betonte Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) bereits vergangenen Dezember im Stadtrat. Er griff damit einen schon mehrfach von Stadtratsmitglied Helmut Seidler (FFZ) vorgebrachten Hinweis auf.

Kurz zuvor hatte es ein Abstimmungsgespräch zwischen zum weiteren Fortgang des Ausbau der B 184 gegeben. Neben Vertretern des LSBB und Bürgermeister Dittmann nahm daran ebenfalls Holger Hövelmann teil. Der SPD-Landtagsabgeordnete hatte sich neben Dietmar Krause (CDU) bereits vor vier Jahren deutlich für einen Kreisverkehr ausgesprochen, der "an dieser Stelle technisch problemlos möglich" sei. "An immer mehr Verkehrsbereichen im Land wie außerhalb werden Kreisel eingerichtet und funktionieren problemlos", erklärte Hövelmann damals.

Im Ergebnis des Treffens wurde festgelegt, dass die Stadt Zerbst nun ein Verkehrsentwicklungskonzept erarbeitet. In diesem soll die "verkehrliche Entwicklung in den angrenzenden Gewerbeflächen, gegebenenfalls Wohnquartieren" darstellen, wie Oliver Grafe erläutert. Wie Heike Krüger, Leiterin des Zerbster Bau- und Liegenschaftsamtes, informiert, liegen die Angebote zur Erstellung eines solchen Konzeptes inzwischen vor. "Nach Bereitstellung der finanziellen Mittel erfolgt die Vergabe des Gutachtens. Geplant ist dieses im Jahr 2016", bemerkt sie.

"Nach Vorliegen des Verkehrsentwicklungskonzeptes ist zu prüfen, inwieweit die Ergebnisse Auswirkungen auf die Knotenpunktgestaltung haben", sagt Oliver Grafe. Dabei schließt er einen Verkehrskreisel nicht aus: "Die Variantenbetrachtung, in der eine Kreisverkehrslösung ebenfalls eine Rolle spielen kann, wird zum gegebenen Zeitpunkt nochmals aufgenommen", formuliert es der Regionalbereichsleiter diplomatisch.

Aus Sicht der Stadt Zerbst wird ein reibungsloser Verkehrsfluss im Bereich B 184 / Kirschallee am besten durch einen Kreisverkehr gewährleistet. Sie hatte bereits 2011 ein Gutachten anfertigen lassen, das dies bestätigt. "Über eine mögliche Alternative wurde noch nicht diskutiert", erklärt Heike Krüger.

Einen konkreten Zeitplan, wann mit einem Ausbau des Kreuzungsbereiches zu rechnen ist, gibt es momentan nicht. "Verlässliche Angaben zu einer möglichen baulichen Realisierung können derzeit nicht gemacht werden", sagt Oliver Grafe.

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