Kreisbrandmeister Heiko Bergfeld äußerte Kritik am Landesverband und Pläne für einen gemeinsamen Kreisausscheid.

Großpaschleben/Zerbst (mz) l Während der Verbandsversammlung des Feuerwehrverbandes Köthen-Zerbst/Anhalt am Sonnabend im Freizeit- und Ferienhof Großpaschleben hat Kreisbrandmeister Heiko Bergfeld gegen den gleichzeitig in Heyrothsberge tagenden Landesfeuerwehrverband schwere Vorwürfe erhoben.

"Was dort passiert, ist den Stadt- und Ortsfeuerwehren nicht mehr vermittelbar", stellte er fest und verwies auf Querelen mit der Landesjugendfeuerwehr und auf gegenseitige Schuldzuweisungen der Funktionäre in der Presse. "Da will sich anscheinend nur jeder profilieren", äußerte Bergfeld. Der Landesfeuerwehrverband beschäftige sich hauptsächlich mit sich selbst, so der Kreisbrandmeister. Er kritisierte unter anderem, dass der Entwurf eines Gesetzes über neue Dienstgrade bei der Feuerwehr in den Kreisverbänden so gut wie unbekannt sei und dort deshalb auch nicht diskutiert werden könne. Diesen Entwurf zur Diskussion zu stellen, sei zum Beispiel eine Aufgabe des Landesverbandes. Der Landesfeuerwehrverband hat in den vergangenen Jahren mit finanziellen Problemen Schlagzeilen gemacht. Es folgten Streitigkeiten, die jüngst zum Rücktritt des Landesjugendfeuerwehrwartes Michael Kiel aus Aken sowie seines Stellvertreters führten. Gestern fügte Bergfeld an: "Zu den Aussagen stehe ich immer noch. Parallel wurde ja in Heyrothsberge ein neuer Vorsitzender des Landesverbandes gewählt." Mit Kai-Uwe Lohse aus der Harzregion sei nun ein Kreisbrandmeister in das Amt gewählt worden. "Damit haben wir einen, der fachlich auf der Höhe ist", sagte Bergfeld. "Ich habe ihm schon gratuliert und alles Gute gewünscht."

Toller Feuerwehrtag im Zerbster Schlossgarten

Der Vorsitzende des Feuerwehrverbandes Köthen-Anhalt-Zerbst, Tobias Möhsner, hob in seiner Bilanz die gute Kinder- und Jugendarbeit der Feuerwehren in dem Bereich hervor. So sei der 1. Kinderfeuerwehrtag im Juni 2014 mit 15 Mannschaften im Zerbster Schlossgarten, der den Teilnehmern großen Spaß gemacht habe, ein voller Erfolg gewesen, ebenso - trotz einiger organisatorischer Schwierigkeiten - der Jugendfeuerwehrtag im September 2014 in Reppichau. Dass der Verband der Nachwuchsarbeit besonderes Augenmerk widmet, zeigen die 6000 Euro, die 2015 dafür im Haushalt eingestellt sind. Mit Kerstin Zehle aus Deetz und Robert Olejnicki aus Aken kümmern sich gleich zwei Jugendwarte um den Nachwuchs.

Die beiden Treffen der Alters- und Ehrenabteilung in Quellendorf und Jütrichau mit jeweils 80 Teilnehmern habe zum Zusammenhalt der Kameraden im Verband beigetragen, führte Möhsner aus. Froh sei er darüber, dass laut neuer Satzung dem Vorstand des Feuerwehrverbandes jetzt alle Städte- und Gemeindewehrleiter angehören.

Kreisbrandmeister Heiko Bergfeld verwies darauf, dass es im Landkreis Anhalt-Bitterfeld nach wie vor zwei Feuerwehrverbände gibt.

Siegfried Schellin wird Ehrenvorsitzender

Um die Zusammenarbeit zwischen beiden anzuschieben, strebe er einen gemeinsamen Kreisausscheid an. Das sei zwar 2014 gescheitert, aber mit der zugesagten Unterstützung des Landrates, der auch die Pokale stiften wolle, werde es 2016 klappen, ist Bergfeld sicher.

Die Probleme der Freiwilligen Feuerwehr am Tagungsort Großpaschleben seien typisch für die Wehren im gesamten Verband, äußerte der Bürgermeister der Gemeinde Osternienburger Land, Stefan Hemmerling (CDU), in seinem Grußwort und führte Nachwuchsmangel, die Fortbildung der Führungskräfte und Überalterung der Mitglieder an. Dabei hätten die Kameraden mit der Freigabe der B 6n nun noch zusätzliche Aufgaben. Die Wehren aus Großpaschleben und Umgebung hätten deshalb eine Ausrückegemeinschaft gebildet, die sich bereits bewährt habe. "Ich bin bestrebt, mit unserem Gemeindewehrleiter Uwe Gebel vertrauensvoll zusammenzuarbeiten", sagte Hemmerling. Zum Schluss beschloss die Verbandsversammlung, den langjährigen Vorsitzenden des Feuerwehrverbandes Köthen-Zerbst/Anhalt, Siegfried Schellin, aus Güterglück zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen. "Er ist eine Kraft, die wir uns im Vorstand nicht wegdenken können", begründete Verbandsvorsitzender Tobias Möhsner, den Vorschlag.

Bergfeld berichtete, dass Ende des dritten, Anfang des vierten Quartals die Wahl der Abschnittsleiter anstehe. "Diese werden dann nicht mehr regional, sondern thematisch eingeteilt: Fachdienste Katastrophenschutz, Aus- und Weiterbildung sowie Einsatzplanung und -vorbereitung sind dann die jeweiligen Themenschwerpunkte der Leiter." Diese Änderung hatte Bergfeld vor seinem Amtsantritt 2015 angestrebt.

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