Frühling, die Sonne scheint, die Natur wächst - Zeit für Ausflüge. Walternienburg lockt mit der Burganlage. Der Elberadweg führt hier entlang. Seit Ostern haben Ausflügler im Dorf auch wieder ein lohnenswertes Ziel zur Einkehr. Ein Paradebeispiel, wie aus Alt etwas Neues entstehen kann und Dorfgeschichte erhalten bleibt.

Walternienburg l Rechtzeitig zu den Osterfeiertagen wurde Heinrich`s Café-Wirtschaft an der Hauptstraße eröffnet. Ein Vorzeigeobjekt, wie aus "alt und dem Verfall preisgegeben" wieder "neu und zukunftsträchtig" wurde.

Die Eigentümergemeinschaft Sandra und Jörg Hausmann erwarb das Objekt der ehemaligen Bäckerei von Walternienburg am Kreuzdamm im Jahre 2012. Eine Vorstellung war da, was das Eckgrundstück, in dem viele Jahre das Leben ruhte, an der Kreuzung in Richtung Ronney, Elbe, einmal hergeben könnte. Das Vorhaben, Backstube und Verkaufsraum als Teil der Dorfgeschichte zu erhalten und mit einer wirtschaftlichen Nutzung zu verbinden, wurde zum Leader-Projekt. Die Baumaßnahme wurde im Mai 2013 in Angriff genommen. Dann kam das Hochwasser und stellte das Projekt vor weitere Herausforderungen. Stück für Stück wurden Schäden beseitigt, saniert, nach und nach umgestaltet. Zu den Eigenmitteln konnten Mittel aus dem Leader-Förderprogramm eingesetzt werden.

Ein wunderbarer Wandel hat sich innen und auch äußerlich vollzogen. Ein wahres Schmuckstück ist die Café-Wirtschaft Heinrich geworden. Kerstin Hausmann ist die Pächterin vor Ort. Sie empfängt Gäste von Donnerstag bis Sonntag in der Zeit von 11 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung. 30 Plätze hat das Café im rustikalen oma-gemütlichen Ambiente zu bieten. An einem großen Tisch gegenüber dem originalen, zwar restaurierten, aber noch nicht wieder einsatzbereiten Backofen finden weitere neun Leute Platz. Eine Art Stammtisch, so Kerstin Hausmann. Bei gutem Wetter finden Besucher unterm Tordach Platz oder im Innenhof. Hausgebackene Spezialitäten werden geboten - Kuchen, Torten nach Familienrezepten, bis zu elf verschiedene Sorten, wie an dem Wochenende als in Walternienburg Kriegsveteranentreffen war. Zwei Frauen und ein Mann helfen in der Café-Wirtschaft, und natürlich springt die Familie ein.

Für Kerstin Hausmann ist das Café erst einmal Nebenberuf, arbeitet sie sonst an anderen Tagen der Woche noch in Magdeburg. Die Zeit wird zeigen, wie das Café und die Pension, die dazugehört, angenommen werden. Vier Doppelzimmer mit Blick vom Balkon aus auf die Wasserburg und die Elbauen können gebucht werden. Sie verfügen jeweils über zwei Etagen, über einen Wohn- und einen Schlafraum. 2915 Schritte sind es bis zur Elbe, in 22 Minuten ist der Spaziergänger dort.

"Wenn sie uns hier besuchen, gibt es Kaffee und Kuchen" wird an der Vorderfront des Hauses um Gäste geworben. Doch Kerstin Hausmann will auch mit besonderen Aktionen Leben in das Objekt bringen. Als nächstes steht Himmelfahrt auf dem Veranstaltungsplan, im Juni wird es ein Erdbeer- und im Juli ein Beerenfest geben. Das Apfelfest im September hatte schon im vergangenen Jahr auf der Baustelle Premiere. Ein Kürbisfest ist im Oktober geplant und im Dezember das Weihnachtsplätzchenfest. Vor allem mit Freundlichkeit will die 41-Jährige das Haus erfüllen. Die Gäste sollen sich wohlfühlen und gern wiederkommen.

Und während es drinnen nach Kaffee und Kuchen duftet, wird immer noch weiter am Objekt gearbeitet. Der vordere Teil, das Wohnhaus, soll noch hergerichtet werden, vielleicht mit kleinen, separaten Gaststuben. Und der Garten, der bis hinunter an die Nuthe reicht, muss noch in Schuss gebracht werden.

Mit den ersten Tagen nach dem Start von Heinrichs Café-Wirtschaft ist Kerstin Hausmann zufrieden. Das dürfte ruhig so weitergehen...

 

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