Die Landtagswahl 2016 findet in Sachsen-Anhalt am 13. März statt. Im Wahlkreis 23, zu dem auch Zerbst gehört, werben nun die Spitzenkandidaten der Parteien um Stimmen. Allen voran Mandatsinhaber Dietmar Krause (CDU) und Oliver Lindner von der SPD.

Zerbst l Oliver Lindner steht vor einer großen Aufgabe. Der Spitzenkandidat der SPD im Wahlkreis 23 zog erst vor Kurzem von Biederitz in die Einheitsgemeinde Gommern. Die liegt am Rand des Wahlkreises zu dem auch Zerbst, Aken und das Osternienburger Land zählen. Er muss sich vor allem bekannt machen. Das muss Dietmar Krause nicht.

Der 55-jährige CDU-Kandidat hat bei der Wahl 2011 das Direktmandat gewonnen - mit zehn Punkten Vorsprung auf den SPD-Zweitplatzierten. Weniger als ein Jahr bleibt dem 41-jährigen Herausforderer, um gegen den aus dem Osternienburger Land stammenden Krause an Bekanntheit aufzuholen. Lindner ging es bislang pragmatisch an, besuchte die einzelnen Orte und sprach mit den Einwohnern. So kam es auch, dass er von Zerbster Jugendlichen erfuhr, dass diese sich eine Reparatur der Skate-Anlage wünschen. Am Donnerstag kam es zu einem Vor-Ort-Termin. Mit dabei der Zerbster Bürgermeister und Parteigenosse Andreas Dittmann sowie Dietmar Habelmann, Sachbearbeiter für Tiefbau in Zerbst. Gemeinsam mit dem BMX-Fahrer Kasim Hussain besahen sie sich die Bahn.

Die zehn Jahre alte Anlage habe einige Verschleißerscheinungen, erzählte der 18-jährige Biker den Politikern. Einige Kanten seien ausgefahren und eine Rampe müsste versetzt werden, damit das Fahren ungefährlicher werde.

"Alles werden wir nicht sofort lösen können", sagte Dittmann. Aber die meisten Ausbesserungen seien schnell erledigt, das Versetzen der Rampe sollte schnell gemacht sein, schätzte er ein. Das wiederum freute den Jugendlichen, der sagte: "So viele, die hier aktiv fahren, sind wir gar nicht." Der harte Kern bestehe vielleicht aus vier, fünf Leuten. "Deswegen habe ich es nie für nötig gehalten, darum unnötig viel Stress zu machen", erklärte er, warum er sich bislang noch nicht gemeldet habe. "Aber wenn es von allein kommt, ist das natürlich super."

Es könne gut sein, dass die Bahn dann wieder belebter werde. Viele Sportkollegen hätten nach ein paar Testfahrten die Bahn aus diesen Gründen gemieden, fügte er an. "Manchmal braucht es auch einen Anstoß von außen", sagte Dittmann, der von Lindner auf die Problematik aufmerksam gemacht wurde.

Zum gleichen Zeitpunkt stand CDU-Kandidat Krause in der Küche der Zerbster Tafel. Gemeinsam mit den Kindern schnippelte er Gemüse, kochte Hühner aus und formte aus Mehl und Ei kleine Klumpen. "Eierbrühklump heißt das Gericht", sagte er.

Das sei eine anhaltische Speise, die er gern zubereite. Es ist eine kräftige Suppe mit viel Gemüse und eben jenen handgroßen Klößen aus Ei, Mehl und Brötchen. "Ich wollte mit den Kindern hier schon immer mal kochen", erklärte er. Birgit Brandtscheit, Leiterin der Tafel, sagte: "Das ist auch unglaublich wichtig. Nur über die Kinder kommen wir auch an die Eltern heran." Wenn die Kinder hier etwas kochen, wollen sie es vielleicht zu Hause nachkochen. Oft werde bei ihnen zu Hause nicht gekocht, erklärte sie. Dann habe es auch gar keinen Zweck, dass die Eltern Lebensmittel abholen, welche sie dann doch nicht zubereiten. "Der Weg über die Kinder funktioniert aber", weiß sie zu berichten. "Sie haben auch Spaß am Kochen", fügte sie an.

Dietmar Krause hatte den auch, auch wenn er eingestand, in der Küche eher auf seine Frau zu hören, die er aus diesem Grund mitgebracht hatte. Einige Stunden hatte sich der Politiker Zeit genommen, um mit den Kindern gemeinsam zu kochen und gemeinsam zu speisen. "Die Einrichtung hier ist eine gute Sache, die ich sehr gern unterstütze", sagte Krause abschließend.

Kandidaten im Internet:

www.krause-dietmar.de www.olindner.de

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