Auf ihrer ersten Sitzung als Ortschaftsrat befassten sich die Moritzer Bürgervertreter mit den Haushaltsansätzen für 2010. Zugleich blickte Ortsbürgermeister Thomas Wenzel am Mittwochabend auf die zuletzt realisierten Vorhaben zurück.

Moritz. Mit der Eingemeindung nach Zerbst zum 1. Januar hat die Gemeinde Moritz ihre kommunale Selbstständigkeit verloren. Dennoch sei das kein Grund, nun den Kopf in den Sand zu stecken, betonte Thomas Wenzel. " Wir sind als Ortschaftsrat weiter für unsere Bürger da und werden versuchen, das Optimum für unsere Orte herauszuholen ", wandte er sich vorgestern Abend motivierend an seine Ratskollegen. Und da die bislang schuldenfreie Ortschaft noch über eine ausreichende Rücklage verfügt, kann sie 2010 auch einiges investieren.

So soll Schora in diesem Jahr endlich den seit Längerem angedachten Spielplatz erhalten. Für den Kauf des Grund und Bodens sind 6 000 Euro veranschlagt, weitere 5 000 Euro für die Anschaffung der Spielgeräte. Ebenfalls 5 000 Euro sind als Zuschuss für die Moritzer Kirche vorgesehen. Am Turm sowie im Inneren des Gotteshauses sollen Instandsetzungsmaßnahmen durchgeführt werden, wie Thomas Wenzel darlegte. Unterdessen wird die Teilnehmergesellschaft des Bodenordnungsverfahrens mit 6 900 Euro unterstützt.

Finanziell gewappnet ist die Ortschaft erneut für den Fall, dass die Sanierung der L 51 in Schora in 2010 erfolgt. Im vorigen Jahr wurde vergeblich gehofft, dass der herbeigesehnte Ausbau der Landstraße in Angriff genommen wird. Während das Land für die Fahrbahn verantwortlich ist, fallen die Gestaltung der Nebenanlagen und der Regenwasserkanal in die Zuständigkeit der Ortschaft. Für diese Maßnahmen, deren Kosten später auch anteilig auf die Bürger umgelegt werden, sind erneut die Mittel eingeplant worden. Konkret geht es da um eine Summe von 300 000 Euro, wobei auf Fördermittel in Höhe von 180 000 Euro spekuliert wird. " Wenn wir den Ausbau der L 51 dieses Jahr nicht schaffen, werden wir in Schora in den nächsten Jahren wohl keine neue Straße kriegen ", vermutete Thomas Wenzel.

Weiter Hoffen auf Ausbau der L 51

Für die Unterhaltung der Straßen stehen 14 000 Euro zur Verfügung. In dem Betrag stecken die 10 000 Euro, die 2009 für die Ausbesserung der Feldwege kalkuliert waren, wie der Ortsbürgermeister ausführte. " Es ist schade, dass aus der Feldwegereparatur nichts geworden ist ", bemerkte Hartmut Klabe. Im Frühjahr sollen die landwirtschaftlichen Wege in der Gemarkung angeschaut und dann die tiefsten Löcher ausgebessert werden, informierte Thomas Wenzel.

Wegen des ungewohnt starken Winters, der die Ausgaben habe explodieren lassen, sind zusätzliche 500 Euro für den Winterdienst in den Plan aufgenommen worden, ging der Ortsbürgermeister auf einzelne ausgewählte Positionen ein. Übrigens werden alle Beträge, die die Ortschaft Moritz betreffen, in den Gesamthaushalt der Einheitsgemeinde Stadt Zerbst integriert.

Dazu gehören ebenfalls die veranschlagten 5 500 Euro für die Unterhaltung des Bürgerhauses. Das ist Ende 2009 nicht nur neu eingedeckt, auch die Heizung ist umgerüstet worden. Die drei neu installierten Heizkörper werden nun mit Wasser und nicht mehr mit Gas betrieben. Zugleich wurde eine Frostsicherung eingebaut, wie Thomas Wenzel berichtete. Nach dem Austausch der Heizungsanlage soll das Bürgerhaus nun renoviert werden. Neben dem Innenanstrich dachte der Ortschef an die Erneuerung des Fußbodens und der klemmenden Außentür.

Zu dem am Jahresende umgesetzten Vorhaben zählte ferner die Gestaltung des Platzes am Glockendenkmal in Schora. Dort, wo einst die Kirche des Ortes stand, wurden die Stellflächen für die beiden Bänke gepflastert. Eigentlich sollte die ausführende Firma die Bänke auch aufstellen und fest verankern. Thomas Wenzel will sich nun im Bauamt erkundigen, ob das noch passiert oder ob sie sich selbst darum kümmern müssen.

Außerdem ist die Fläche neben dem Feuerwehrgerätehaus gepflastert worden, nachdem für den geplanten Anbau keine Fördermittel flossen. Dort kann künftig dann zumindest ein Zelt aufgestellt werden. In dem Zusammenhang teilte der Ortsbürgermeister mit, dass inzwischen ein indirektes Luftheizgerät zum Beheizen des Zeltes gekauft worden sei.

Um die Mehrausgaben zu decken und die Investitionen zu finanzieren, werden der Rücklage 158 700 Euro entnommen.