Zurzeit legen die Schüler der vierten Klassen der Zerbster Grundschule ihre Fahrradprüfung ab. Damit dürfen sie an Schulausflügen mit dem Rad teilnehmen. Zudem sollen sie und ihre Räder sicher im Verkehr sein.

Zerbst l "Du bringst mir am Montag dein Fahrrad zu mir auf das Revier", sagte Holger Sticherling zu einer Schülerin der Grundschule Astrid-Lindgren am Donnerstag. Der Regionalbereichsbeamte nahm dort die ersten Fahrradprüfungen ab. "Ihr Fahrrad wies einige Mängel auf, so zum Beispiel an den Bremsen", erklärte er weiter. So könne das Rad die technische Prüfung nicht bestehen. "Also bekommt sie die Auflage das zu beheben und mir vorzuführen. Ein Schreiben mit Stempel der Werkstatt würde mir auch genügen", fügte er an.

Der Polizist war nicht grundlos so streng. Schließlich ist die Prüfung, die er den Kindern abnimmt, Teil des Unterrichtes. Das sei ein richtiger kleiner Führerschein, kommentierte Sticherling. "Da hängt für die Kinder richtig was dran. Wer in den nächsten Klassen an einem Klassenausflug mit Rad teilnehmen will, muss den Fahrradschein vorzeigen. Sonst darf er nicht mit", fügte er an. Alle Schulen akzeptieren diesen Schein, machte er deutlich. "Noten gibt es auch dafür", so Sticherling.

Die Prüfung besteht aus einem theoretischen und einen praktischen Teil. "Die Theorie haben sie alle bestanden", sagte der Polizist. Die Kinder wurden lange von den Mitarbeitern der Straßenverkehrswacht vorbereitet. Das Mädchen, das ihr Rad noch einmal vorstellen muss, "bekommt das Zertifikat auch erst dann", fügte er an. Vorrausgesetzt, sie bestehe auch die praktische Prüfung. Die sei nicht ganz einfach. "Gefahren wird im Straßenverkehr", sagte der Polizist. Wer die Vorfahrt missachtet, falle sofort durch. "Da gibt es kein Wenn und Aber", betonte er. Schließlich, so der Fachmann, haben Radfahrer bei missachteter Vorfahrt meistens einen Unfall.

Sonst müssen die Kinder darauf achten, die richtigen Zeichen zu geben, den Schulterblick zu machen, "von der dem verkehrabgewendeten Seite auf- und abzusteigen. Also nach beiden Seiten", erklärte Sticherling. Zudem sei es zwar keine Pflicht im Straßenverkehr, dennoch bestehe kein Schüler die Prüfung, der ohne Helm fahren will. Melanie Brohse hatte natürlich einen Helm auf, als sie als erste an den Parcours trat. Entsprechend aufgeregt war sie: "Ja, ich bin schon etwas nervös", meinte die Viertklässlerin. Schwierigkeiten habe sie beim Linksabbiegen, gab sie kurz vor dem Start zu. "Ich vergesse manchmal, mich ein zweites Mal umzuschauen", sagte sie.

Dann stieg sie von rechts auf ihr Rad, hob den Arm als Zeichen dafür, dass sie jetzt losfährt, blickte sich um und fuhr los. Sie fuhr den Amtsmühlenweg entlang, bog dann in Am Springenberg, fuhr durch die Straße An der Geistwiese und über den Dohlenweg wieder zurück zur Schule.

"Es ist eine gute Strecke hier", befand Prüfer Holger Sticherling. Er und seine Kollegin Ina Churt, Regionalbereichsbeamtin aus Aken, sowie Mitarbeiter der Straßenverkehrswacht hatten sich entlang der Strecke an mehreren Punkten positioniert. Dort prüften sie, ob die Kinder sich an den schwierigen Stellen richtig verhalten. Wenn nicht, gab es einen Punkt Abzug. "Eigentlich", so erklärte der Zerbster Beamte, sollten die Kollegen aus Köthen die Prüfungen abnehmen, denn die Prävention sabteilung sei dort ansässig. "Aber dort ist zurzeit zu wenig Personal", fügte er an. "Damit die Termine, die mit den Schulen ja festgelegt sind, nicht ausfallen, spring ich ein." Er selbst brauchte dafür aber auch Unterstützung, "die ich mir wiederum mit Polizeiobermeisterin Ina Churt aus Aken besorgen musste", fügte er an.

Am Ende bestanden die meisten der Schüler. An der Lindgren-Schule legten die Schüler zuerst ihre Prüfungen ab. Während dieser Tage folgen die Schüler aller anderen vierten Klassen in Zerbst.

   

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