Zehn Jahre hat es gedauert, nun ist die Möckeraner Stadtkirche St. Laurentius saniert. Mit einem Festgottesdienst am Sonntag und einem Konzert am Sonnabend wurde das Ende der Bauarbeiten gefeiert.

Möckern l Erleichterung spiegelte sich in den Augen der Festredner und den Mitgliedern der Kirchengemeinde. "Die nächste Sanierung geben wir den nachfolgenden Generationen in die Hände. Das mag in 150 oder auch erst 300 Jahren sein", sagte der Gemeindekirchenratsvorsitzende Peter Keyser. In den zurückliegenden zehn Jahren waren in drei Bauabschnitten das Kirchenschiff, der Altarraum, die Außenhaut sowie zuletzt der Kirchturm von St. Laurentius saniert worden. Zehn Jahre und gut eine Million Euro waren nötig, um das altehrwürdige Gotteshaus in der Kirchstraße wieder zu neuem Glanze zu bringen.

"Wenn alle anpacken, dann wird das Leben leichter", sagte die Superintendenten des Kirchenkreises Elbe-Fläming, Ute Mertens zu Beginn ihrer Rede. Sie würdigte das Engagement des Fördervereines, der sich eigens für die Einwerbung der Eigenmittel gegründet hatte, und ließ auch die Bemühungen des Gemeindekirchenrates nicht unerwähnt. Auch der Kirchenkreis hatte sich für die Sanierung der Kirche eingesetzt.

Gutes Zusammenspiel

Der Hausherr, Pfarrer Martin Vibrans ging auf die Rolle der Stadt Möckern und der politischen Vertreter ein. Durch Anträge auf EU- und Bundesfördermittel sowie Gelder aus dem Stadtsanierungsprogramm konnten etwa 459 000 Euro gewonnen werden. "Ohne die Unterstützung der Stadt wäre es nicht gegangen", so Pfarrer Vibrans.

Seitens der Kirchenvertreter wurde auch allen anderen Kirchspielen und Kirchengemeinden gedankt für deren Geduld und die Einigkeit, dass während des Bauprojektes in Möckern andere Baumaßnahmen würden warten müssen.

Großen Anteil an der erfolgreichen Finanzierung hatte der CDU-Landtagsabgeordnete Markus Kurze, dem es als Schirmherr des Fördervereines gelungen war, vier Landesminister nach Möckern zu holen und sie für die Kirchensanierung zu sensibilisieren. "Es war schön, Türen öffnen zu können", sagte Kurze. "Dazu braucht man einen festen Glauben". Kurze zitierte aus dem Markusevangelium, in dem es heißt "Alle Dinge sind möglich, dem der da glaubt."

Als kompetenten Partner habe man das Architektenbüro Ribbert und Saalmann gewinnen können, erklärte der Gemeindekirchenratsvorsitzende Peter Keyser. Der Architekt Dr. Friedhelm Ribbert lobte seinerseits das außergewöhnliche Engagement von Förderverein, Gemeinde und Pfarrer: "Sie haben so erfolgreich gearbeitet, wie ich es noch nie erlebt habe." Der Architekt freute sich, dass nach der Kostenschätzung vor zehn Jahren eine Punktlandung gelungen sei. Nach der Schadenanalyse im Jahr 2005 hatte man mit Gesamtkosten von 969 000 Euro gerechnet. Ribbert lobte zudem die gute Arbeit der Baufirmen.

Im Rahmen des Festgottesdienstes wurden einige der Beteiligten besonders geehrt. Dazu zählten auch Ernst Theuerkauf, der sich mit seinem hausmeisterlichen Engagement für die Kirche den Ruf eines "Guten Geist von St. Laurentius" verdient hat, Rolf Strobach, Anne Sümke (beide Förderverein) und Peter Ringleb.

Musikalisch bereichert wurde der Gottesdienst von den Konfirmandenkindern, dem Kirchenchor unter Leitung von Editha Weber und den St.-Laurentiusbläsern aus Möckern und Loburg unter Leitung von Thorsten Fabrizi. An der Orgel spielte Markus Vogt.

Bereits einen Abend zuvor hatten die Musiker von Harmonic Brass einmal mehr in Möckern ein gut besuchtes Gastspiel gegeben. Die Musiker hatten die Sanierung quasi musikalisch begleitet: Schon im ersten Jahr der Sanierung waren sie dabei und hatten versprochen, wiederzukommen, wenn alles fertig ist.

In ihrem neuen Programm am Sonnabend war für jeden Geschmack etwas dabei: auf die Ouvertüre aus Händels "Feuerwerksmusik" folgten Werke von Torelli und Bach, nach Ravels "Bolero" ging es in die Welt der Musicals, mit "My fair Lady" und der "Westside Story" von Leonard Bernstein. Den Abschluss bildete ein Medley mit Stücken von Louis Armstrong. Die Arrangements hatte der Trompeter Hans Zellner übernommen.

Zum Festprogramm am Sonntag gehörte auch ein Musikspiel für Kinder und Erwachsene. Dabei entführten die Holzwürmer "Bohris und Bohra" ihr Publikum auf eine biblische Reise um die Welt.

Für eine Überraschung sorgte der Möckeraner Maler Rolf Ulrich Otto: Er hatte im Auftrag von Christiane Vibrans ein Bild der Laurentiuskirche angefertigt.

Ob jetzt in Möckerns St. Laurentius-Kirche alle die Hände in den Schoß legen und den lieben Gotten einen guten Mann sein lassen, ist fraglich. Denn wie Pfarrer Martin Vibrans am Sonntag feststellte, haben eigentlich auch noch der Altar und die Orgel eine Sanierung nötig ...

   

Bilder