Zerbst l Die Fassadensanierung des Dicken Turms ist längst abgeschlossen, die Kosten für die 80 000 Euro teure Maßnahme indes sind noch nicht völlig gedeckt. Erfreut berichtet Pfarrer Albrecht Lindemann zwar von den über 14 000 Euro, die bislang dank Spenden zusammengekommen sind. Dennoch muss die Kirchgemeinde St. Bartholomäi noch 30 000 Euro an Eigenmitteln aufbringen. Stille Reserven sind nicht vorhanden. So wird weiterhin auf freiwillige Geldgeber gehofft. Und für diese haben sie sich etwas Besonderes einfallen lassen. Neben einer Urkunde soll jeder Spender eine Zinnmünze mit der Abbildung des Glockenturms erhalten, der einst wehrhafter Bestandteil einer slawischen Wallburganlage war.

Und auch bei diesem Projekt hat die Kirchgemeinde ebenso kreative wie tatkräftige Unterstützung erhalten. So gestaltete die Grafikerin Steffi Heger die schmucke Urkunde. Auf Honorar für diese Aufgabe verzichtete sie, wie Albrecht Lindemann berichtet. Unterdessen übernahm Dr. Joachim Krüger die Herstellung der Münzen und zwar "vom Entwurf bis hin zur handwerklichen Ausführung", wie der Pfarrer ausführt.

Die ersten dieser greifbaren Dankeschön-Gesten werden in den nächsten Tagen zugestellt. Und es sollen nicht die letzten gewesen sein. "Die Zinnmünzen können weiterhin gegen eine Spende für den Dicken Turm erworben werden", betont Albrecht Lindemann. Zu bekommen sind sie bei ihm im Gemeindebüro.

Neben dem Entfernen des losen Mörtels und der Ausbesserung der Fassade umfasste die notwendige Instandsetzungsmaßnahme das Anbringen einer Dachrinne und Fallrohren. Denn seit der Neueindeckung des Notdaches in den fünfziger Jahren war das historische Zerbster Wahrzeichen schutzlos allen Witterungseinflüssen ausgeliefert. Fortan wird verhindert, dass der Regen direkt am Mauerwerk hinabläuft. Darüber hinaus wurden Schneegitter angebracht und vorspringende Bauteile wie Gesimse, Lisenen und Fensterbänke mit Bleiblechen versehen.

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