Zu Diskussionen führte im Kulturausschuss ein Antrag auf Unterstützung der 1050-Jahr-Feier Loburg. Ein Kompromissvorschlag des Stadtchefs wurde letztlich einstimmig angenommen. Die Förderung kommt aus einem Extra-Topf im Haushalt. Und der ist nun gleich wieder leer.

Möckern l Einen Moment sah es so aus, als werde Loburg gar kein Geld aus dem Sonderkonto bekommen. Der von Loburgs Ortschef Bernd Wünschmann gestellte und in der Sitzung von Vertretern der Fraktion Freie Wähler/Fläming unterstützte Antrag auf 6000 Euro Förderung wurde mit vier Ja-Stimmen, Vier Nein-Stimmen und drei Enthaltungen abgelehnt, und mit dem Vorschlag von Detlef Friedrich (CDU) auf eine 4500-Euro-Förderung wollten sich die Vertreter der Flämingfraktion nicht einlassen (5 Ja, 5 Nein, 1 Enth.). Erst ein Kompromissvorschlag von Stadtchef Frank von Holly (CDU) klärte die kritische Situation: Mit 6000 Euro soll das Fest bezuschusst werden, wenn die Veranstalter Möglichkeiten finden, Eintritt zu erheben. Sollten keine Eintrittsgelder erhoben werden, verringert sich der Zuschuss auf 5000 Euro.

Worum ging es? Vom 29. Juni bis 5. Juli wird in Loburg die urkundliche Ersterwähnung vor 1050 Jahren gefeiert. Man geht von etwa 15 000 Euro Gesamtkosten aus. Es wurden Spenden eingeworben, doch die reichen nicht. Im Juli 2014 hatte Loburgs Ortsbürgermeister für die Feierlichkeiten 4500 Euro benötigte Haushaltsmittel angemeldet. Früh genug, heißt es aus der Verwaltung, weswegen die Summe bei der Haushaltsplanung berücksichtigt werden konnte. Daraufhin wurde im Haushalt 2015 ein Konto "Allgemeine Jubiläen" eingerichtet. Planansatz: 6500 Euro. Über die Vergabe der Mittel soll der Kulturausschuss entscheiden, eine Antragsfrist gibt es nicht. Zuschüsse sollen nicht nur für Ortsjubiläen gewährt werden, sondern auch Vereine und Institutionen mit besonderen Jubiläen.

Bisher gibt es zwei Anträge: den aus Loburg und einen Antrag zur Unterstützung des 50. Geburtstages des Drewitzer Karnevalsvereines. In einem Antrag vom März 2015 wurde für das Loburger Stadtjubiläum ein Zuschuss von 6000 Euro beantragt, aus Drewitz kam ein Antrag auf 300 Euro. "Dann ist der Fördertopf ja gleich zu Jahresbeginn wieder leer", bemerkte Ausschussmitglied Detlef Friedrich. Der Möckeraner Ortsbürgermeister hatte stellvertretend für das reguläre Ausschussmitglied Ellen Sommerfeldt an der Sitzung teilgenommen und fürchtete, dass andere Antragsteller so gar nicht mehr zum Zuge kämen. Dazu Wünschmann: "Mai ist nicht Jahresanfang und wer bis jetzt kein Jubiläum geplant hat, der macht auch keines mehr in diesem Jahr."

Friedrich gab zu bedenken, dass der neue Fördermitteltopf in vielen Orten gar nicht bekannt sein dürfte. Kritisiert wurde auch, dass bei der Loburger Festwoche kein Eintritt zur Gegenfinanzierung erhoben werden soll. Bei den von der Stadt bezuschussten sogenannten "WIR-Veranstaltungen" ist dies eine Voraussetzung für die Förderfähigkeit.