Interessierten Besuch konnten die Nuthaer Landfrauen am vergangenen Mittwoch durch das Kornmuseum führen. Auch eine gemeinsame Andacht in der Kirche stand auf dem Programm der Besucherinnen.

Nutha l Ein gutes Dutzend Damen vom Dessauer Frauenkreis hatte sich am Mittwoch in die kleine Ortschaft aufgemacht, um sich das Kornmuseum und die Dorfkirche anzusehen. "Einmal im Jahr machen wir einen Ausflug in die Umgebung, und in unserer Abstimmung hatte Nutha die Nase vorn, weil wir hier noch nicht waren", verrät Irene Wendt aus Dessau den Grund für den Besuch in Nutha.

In der Dorfkirche lud erst einmal Pfarrer Albrecht Lindemann zu einer kurzen Andacht, bei der nicht nur die Orgel, sondern auch die Stimmen der Dessauer Besucherinnen und ihrer Gastgeberinnen den Nuthaer Landfrauen erklangen.

Mitten in die Andacht "platzten" auch zwei kleine Gäste ohne Einladung: Zwei Schwalben waren im Flug durch die Kirchentür geschlüpft und hatten einige Mühe, den Weg nach draußen wiederzufinden. Zwischendurch legten sie mehrere Pausen auf dem Adventsstern im Kirchenschiff ein und schienen den Liedern zu lauschen.

Von der Nuthaer Kirche waren die Dessauer Damen sehr angetan. "Für uns ist es immer wieder spannend zu sehen, wie andere Kirchen genutzt werden", sagt Irene Wendt. Ihre Heimatkirche in Dessau sei als Vertreter des Bauhauses lange Zeit an Wochentagen als Kindertagesstätte und am Wochenende und Abend als Kirche genutzt worden. "Pfarrer Lindemann kennen wir auch schon aus Dessau, dort hat er schon mit uns gebetet und gesungen", so die Dessauerinnen. Der Besuch in der Kirche sei so für Frauenkreis und Pfarrer in Nutha fast schon ein Heimspiel.

Die Kirchenbesucher machten sich nach der Andacht auf ins Kornmuseum, wo die Landfrauen schon die Kaffeetafel liebevoll eingedeckt hatten. Mit selbstgebackener Stachelbeer-Baiser-Torte und Bienenstich verwöhnten sie den Damenbesuch aus Dessau.

Natürlich berichtete Ortsbürgermeisterin Sylvia Rothe auch von den Erfolgen der Nuthaer, die sich erst einen Anbau am Gemeindehaus für das Kornmuseum über das Leader-Programm erarbeiteten und mittlerweile mit ihrem Kornmuseum und ihren aufwändigen Erntekronen weit über die Grenzen der Zerbster Region hinaus bekannt sind.

Im Kornmuseum ließen sich die Damen aus Dessau noch von den Nuthaer Landfrauen erklären, wie man traditionell die schweren Erntekronen bindet und mit den verschiedenen Getreidesorten umgeht.