Mit dem Wegwurf ihrer Kuscheltiere verabschiedeten sich am Sonnabend 152 Achtklässler symbolisch von ihrer Kindheit. Mit der Jugendweihe feierten die Heranwachsenden den Schritt ins Erwachsenenleben. Nicht jedes Auge blieb da während der Feierstunde trocken.

Zerbst l "Es gibt nur wenige Tage, die man nie vergisst. Die Jugendweihe gehört mit Sicherheit dazu", erklärt Holger Hövelmann. Nur zu gern hat der SPD-Landtagsabgeordnete deshalb erneut die Rolle des Festredners übernommen. Gut kann er sich noch an seine eigene Feierstunde erinnern, die ebenfalls hier in der Zerbster Stadthalle stattfand. "Ich saß in der dritten Reihe und spürte die Blicke meiner Mutter im Nacken." Schmunzelnd schildert der gestandene Politiker, wie er damals erstmals eine Krawatte trug und glaubte, an dieser zu ersticken. Inzwischen gehört der Schlips ganz selbstverständlich zum Hemd dazu.

"Ihr habt wahrlich viele Möglichkeiten", wendet sich Holger Hövelmann an die Heranwachsenden. In hübschen Kleidern und mitunter adrett im Anzug warten die Jugendlichen auf den Moment, in dem sie auf die Bühne gerufen werden und sich mit dem Wegwurf ihres mitgebrachten Plüschtieres symbolisch von der Kindheit verabschieden können.

Insgesamt 152 Mädchen und Jungen nehmen am Sonnabend an der von der Interessenvereinigung Jugendweihe organisierten Veranstaltung teil. Drei Durchgänge gibt es nacheinander für die Achtklässler der Ganztagsschule Ciervisti, des Gymnasiums Francisceum und der Schule am Heidetor in Zerbst sowie der Güterglücker Förderschule.

Unter der Leitung von Eckhard Straube erleben die aufgeregten jungen Hauptdarsteller zusammen mit ihren Familien und Freunden ein abwechslungsreiches Programm, das Johanna Bettführ und Ulrike Kuhn, Nachwuchsmitglieder des Jugendweihevereins, moderieren. Während Valentina Wachtel mit ihrem Klavierspiel bewegt und Sänger Peter Pach mit "Ich wollte nie erwachsen sein" berührt, lassen es die Tänzerinnen des Showvereins "O`Blue" tüchtig rocken.

Schließlich ergreift der frühere Landesinnenminister das Wort. "Nehmt das Leben ernst, aber habt Spaß dabei", rät er den Jugendweihlingen. "Nutzt die Chancen, die euch geboten werden, auch, wenn mal was schiefgeht - man kann wieder aufstehen." Es sei wichtig, Entscheidungen zu treffen, ermutigt er die Mädchen und Jungen, selbstbewusst und verantwortungsvoll durchs Leben zu gehen, sich einzubringen und zwischendurch ebenfalls mal an andere zu denken.

"Es gibt noch Reserven in unserer Entwicklung", gestehen stellvertretend für ihre Mitschüler Steven Winter und Emily Blei. "So manche Herausforderung haben wir noch zu meistern", wissen die Beiden, dass die Jugendweihe einen spannenden Lebensabschnitt einläutet. Derweil finden ihre kuschligen Begleiter bald neue Freunde, wenn sie sozialen Einrichtungen gespendet werden.

   

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