Die Zerbster Marinekameraden lösten am verlängerten Himmelfahrtswochenende ein Versprechen ein und besuchten die befreundete Siegener Flotte. Dort erkundeten sie die Landschaft und eine Brennerei.

Zerbst l Im Oktober des vergangenen Jahres versprachen die Zerbster Marinekameraden rund um den Vereinsvorsitzenden Reinhard Ribbe etwas ganz Besonderes: "Wir besuchen Euch", hieß es damals. Das Versprechen richtete sich an die Siegener Flotte - die Marinekameraden Siegerland. Diese statteten den Zerbstern damals einen Besuch ab. Die Zerbster Marinekameraden lösten ihr Versprechen ein und fuhren am verlängerten Himmelfahrtswochenende in die Universitätsstadt Siegen. "Nach einer herzlichen Begrüßung und einem zünftigen Mittagessen in Form einer leckeren selbstzubereiteten Erbsensuppe mit Bockwurst gab es im Bootshaus, dem Vereinsobjekt, viel zu erzählen und es floss auch der Gerstensaft, denn der Männertag sollte nicht zu kurz kommen", berichtet Hans-Joachim Heinemann von den Zerbster Marinekameraden.

Technisches Museum zeigt Relikte der Vergangenheit

Für die nächsten zwei Tage scheuten die Siegener Kameraden keine Mühen, um den Marinekameraden aus Zerbst einiges aus dem Siegerland zu zeigen. Los ging es am nächsten Morgen mit einer gemeinsamen Besichtigung des Schlossgartens am Oberen Schloss. Von dort aus bot sich ein sehr schöner Blick auf die im Tal liegende Stadt Siegen. Das Siegen, wie Rom, auch auf sieben Hügeln gebaut wurde, das bekamen alle bei einem Spaziergang zu spüren. "Der Luftkurort Freudenberg hat eine wunderbare Altstadt mit Fachwerkhäusern. Dahin führte uns der nächste Weg, um dann das Technische Industriemuseum im Ort zu besuchen. Erinnerungen an die eigene Kindheit und Jugend wurden wach, als wir vor längst vergessenen Haushaltsgeräten, wie hölzerne Waschtrommeln oder Wäschemangeln mit Handkurbeln standen", so Heinemann rückblickend.

Besonders fasziniert seien alle von der Maschinenhalle mit wohlbekannten Ölgerüchen gewesen. "Hier wurden Werkzeugmaschinen, wie Drehbänke, Hobelbänke, Bohrmaschinen und Sägen in Betrieb gesetzt und vorgeführt. Das alles angetrieben von einer riesigen Dampfmaschine" berichtet Hans-Joachim Heinemann. Am Nachmittag folgte ein weiterer Höhepunkt. Mit dem Bus ging es nach Krombach. Nicht weit von Siegen entfernt steht hier eines der größten Brauhäuser. Bei einer Führung konnten sich die Marinekameraden ein Bild von der Kunst des Brauens machen. "Es war schon toll, zu sehen, wie hier das Bier aus den drei Hauptbestandteilen Wasser, Gerste und Hopfen entsteht", so Heinemann.

Shantychor lädt zum Mitsingen ein

Am dritten Tag fuhren die Siegener und Zerbster Marinekameraden in eine Brennerei nach Nistertal, einem Ort im Westerwald. Bei einem Rundgang wurde ausführlich über die Entstehung von Hochprozentigem und Likören informiert. "Wir lernten auch den Unterschied zwischen Himbeerlikör und Himbeer-Geist kennen und hatten Gelegenheit die verschiedenen Produkte der Brennerei zu verkosten", berichtet Heinemann.

Am letzten Abend des Treffens erwartete die Marinekameradschaft aus Zerbst noch ein musikalischer Höhepunkt. Der Shantychor der Siegener Flotte rüstete zum maritimen Abend. Unter Akkordeonbegleitung erklangen bekannte Seemannsmelodien, wie "Heute gehen wir an Bord", "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" oder "Rolling Home" mit Jürgen Althaus als Solist. Auch Peter Müller und Kay Schwarz glänzten mit ihren Soloauftritten. Dann wurde gemeinsam, jeder so gut er konnte, gesungen und geschunkelt.

Das nächste Wiedersehen, so informiert die Marinekameradschaft Zerbst, sei bereits geplant. Nächstes Jahr jährt sich zum 25. Mal die Begründung der Partnerschaft zwischen Zerbst und Siegen. Spätestens dann wollen beide Gemeinschaften wieder viel Zeit miteinander verbringen.

Wer sich über die Arbeit der Marinekameraden informieren möchte, kann das auf der Internetseite des Vereins tun: www.mkzerbst.de.