Es gibt eine neue Variante zur Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes. Diese wurde am Donnerstagabend öffentlich vom planenden Ingenieur und Bürgermeister Andreas Dittmann vorgestellt. Damit würden mehr Parkplätze geschaffen und weniger Grünflächen verloren gehen.

Zerbst l Knapp ein Dutzend Bürger waren zur Informationsveranstaltung zur Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes gekommen. Im Vorfeld hatten die Pläne der Stadt zur Neugestaltung des Vorplatzes, mit dem Ziel mehr Parkflächen zu schaffen, für viel Aufruhr unter den Bürgern und in den Stadtratsfraktionen gesorgt. Bei der letzten Sitzung des Bau- und Stadtentwicklungsausschusses Anfang Mai, sowie in mehreren Leserbriefen, machten die Bürger ihrem Ärger Luft. Arg in die Kritik geriet der anfangs geplante teilweise Rückbau der Grünanlagen vor dem Bahnhof, um Parkflächen zu schaffen.

So war die Ausgangslage: Ursprünglicher Plan der Stadt war es, 80 Parkplätze zu schaffen, um vor allem Pendlern zuverlässige Parkmöglichkeiten zu bieten. Dazu Bushaltestellen, Buswartestellen und Taxiparkplätze.

Mit der Planung wurde das Ingenieurbüro Fiedler aus Gommern beauftragt. Rainer Fiedler stellte im April einige Varianten im Bau- und Stadtentwicklungsausschuss vor. Bei allen Varianten konnten aber platztechnisch keine 80 Parkplätze geschaffen werden. Man kam in den ersten Planungsentwürfen lediglich auf maximal 55 Parkplätze - mit Verlust von Grünflächen. Der einzig schöne Punkt am Bahnhof sei das Grün, hieß es von vielen Bürgern.

Die nun am Donnerstag vorgestellte Variante (Grafik unten) stieß bei den anwesenden Bürgern und Stadtratsmitgliedern auf Wohlgefallen. Ingenieur Rainer Fiedler erklärte, dass man einige Reduzierungen vorgenommen habe. So zeigt der neue Entwurf drei statt vier Bushaltestellen und zwei statt vier Buswartestellen. Die Parkplätze sind rund um die Grünfläche angelegt. Der Gehweg an der Karl-Marx-Straße wird in die Grünanlagen eingesetzt und daran schließen Parkbuchten an. "Auf dem Bahnhofsvorplatz kommt man so auf 53 Stellplätze", so Fiedler. 16 weitere Stellplätze sollen auf der Südseite des Bahnhofs, bei Gleis zwei, geschaffen werden. "Das Gelände auf der Südseite gehört der Deutschen Bahn. Hier sind wir aber optimistisch, dass wir das alsbald abkaufen können", erklärte Bürgermeister Andreas Dittmann. Somit käme man insgesamt auf 69 Parkplätze.

Ein Bürger fragte, ob Parkuhren eingesetzt werden würden? "Nein, denn dann würden wir die Nutzer wieder in die Seitenstraßen treiben", erklärte Dittmann.

Güterbahnhof doch noch als Alternative möglich?

Viele informierten sich in den vergangenen Wochen auch zur Situation des alten Güterbahnhofs. Wäre diese Fläche nicht sinnvoller, fragten viele Bürger und auch Ausschussmitglieder öffentlich. "Der Güterbahnhof gehört der Deutschen Bahn. Doch die lässt sich zum Verkauf nicht bewegen, gibt noch nicht einmal einen Preis an. Wir kommen irgendwann an einen Punkt, wo wir nicht mehr warten können", sagte der Bürgermeister im Bau- und Stadtentwicklungsausschuss im Mai, dem auch viele Bürger beiwohnten.

Auf Volksstimme-Anfrage kam von der Deutschen Bahn zum Güterbahnhof folgende Antwort: "Die Deutsche Bahn ist bestrebt, den Güterbahnhof zu veräußern. Derzeit laufen hierfür interne Verkaufsvorbereitungen. Nach Abschluss der Prüfungen kann die Deutsche Bahn AG die Gespräche mit der Stadt aufnehmen. Bei einem gemeinsamen Ortstermin Anfang November 2014 mit der Stadt Zerbst und der Nasa GmbH hat die Deutsche Bahn AG den Sachstand erläutert und um Geduld gebeten." Ob der Güterbahnhof irgendwann doch in die Hände der Stadt geht, bleibt also abzuwarten.

 

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