Im Rahmen unserer Serie "Hinter`m Gartenzaun" stellen wir die Kleingartenvereine in Zerbst vor. Der Kleingartenverein Weizenberge besteht seit 1979. Vorsitzende ist Annemone Suter.

Zerbst l Am östlichen Rand von Zerbst wartet ein grünes Idyll auf Naturfreunde. In der Kleingartenanlage Weizenberge, mit ihren 134 Parzellen, gärtnern und erholen sich schon seit 36 Jahren naturbegeisterte Zerbster. Den Vorsitz im Verein hat Annemone Suter. Stolz präsentiert sie die liebevoll hergerichteten Gärten: "Alle geben sich hier viel Mühe und die Gemeinschaft untereinander ist sehr gut", berichtet sie. Dafür spricht auch die Auslastung. 130 von 134 Gärten sind verpachtet.

Beim Anlegen ihrer Gärten müssen die Kleingärtner allerdings den Vorgaben aus dem Bundeskleingartengesetz folgen, so Suter. Demnach soll ein Drittel der Fläche durch den Anbau von gärtnerischen Erzeugnissen wie Salat, Gemüse, Kräutern oder Obst abgedeckt sein. Das zweite Drittel ist für die bauliche Nutzung, wie Laube, Freisitz, Pergola, Gewächshaus, Wege oder Zaun zu nutzen. Auf dem verbleibendem Drittel sollen zum Beispiel Rasen oder Zierpflanzen wachsen. "Gerade neue Gärtner haben ausreichend Zeit, um dieses System zu erfüllen. Wir kontrollieren stichprobenartig und geben Hinweise, wenn es an einer Stelle einmal nicht so passt", berichtet Annemone Suter, die selbst zwei Gärten in der Anlage betreibt.

Trotz aller Vorgaben wirken die Gärten im Verein Weizenberge sehr unterschiedlich. "Familien legen natürlich einen anderen Fokus als Rentner. So haben wir hier viele unterschiedliche Gärten", freut sich Annemone Suter über die Vielfältigkeit. Im Garten von Petra Krüger ist eine Fahne gehisst. "Das ist die kubanische Flagge. Wir lieben das Land und waren schon einige Male dort", so Petra Krüger. Den Hibiskus auf ihrer Zierpflanzenfläche pflegt sie besonders: "Der erinnert uns an Kuba." Doch auch der kleine Teich liege ihr sehr am Herzen. "Dort fühlen sich Frösche, Fische und Eidechsen sehr wohl", berichtet Frau Krüger. "Wenn man viele Eidechsen hat, stimmt die Flora des Gartens", weiß Annemone Suter zu berichten. Ein Sprichwort, welches auf den üppigen Garten von Petra Krüger zu passen scheint.

Die Tour durch den Weizenberge führt auch am Garten von Angelika Wieland vorbei. Sie hat gerade den Gartensprenger angestellt, um ihr Gemüse zu wässern. "Es muss endlich wieder regnen", ruft sie Annemone Suter zu. "Frau Wieland hat immer den größten Blumenkohl in der ganzen Gartenanlage. Dafür hat sie einfach ein Händchen", verrät die Vereinsvorsitzende. Ein besonderes Geheimnis stecke nicht dahinter, so Angelika Wieland bescheiden.

Seit 13 Jahren ist Volker Schmidt schon Pächter des Gartens Nummer sieben. "So ein Garten ist immer mit Arbeit verbunden. Aber es ist schöne Arbeit", berichtet er. Stolz sei er vor allem auf seine Paprikas, Gurken und Tomaten. "Erdbeeren habe ich auch. Die sind vor allem was für die Frauen", erzählt er lachend.

Wenn Annemone Suter ihre Runden durch die Kleingartenanlage dreht, ist oft ihr Hund Kira an ihrer Seite. "Wir sind ein tierfreundlicher Verein. Es ist also kein Problem, wenn man einen Hund oder eine Katze mit einbringt", so die Vereinsvorsitzende.

Derzeit werde auch an einer Chronik zur Anlage gearbeitet, berichtet Annemone Suter: "Unser Gründungsmitglied und Chronist Hartmut Luschgly hat die Arbeit dazu übernommen." Er kenne die Anfänge des Kleingartenvereins.

Annemone Suter ist seit zwölf Jahren Vorsitzende. Ihren ersten Garten in der Anlage haben sie und ihr Mann 1982 bekommen. "An diesen Tag kann ich mich noch besonders erinnern, denn den Garten haben wir am Tag unserer Hochzeit erhalten. Wir sind also direkt von der Trauung hierher, um die Papiere zu unterschreiben", berichtet Suter lachend. Jetzt hat sogar ihre Tochter einen eigenen Garten im Verein Weizenberge.

Zu tun gibt es im Verein übrigens immer. "Wir haben noch einige Projekte zu erarbeiten, wie die Wiederherrichtung einiger Gärten. Dazu suchen wir noch Sponsoren für Baumaterialien wie Bretter und Dachpappe", ruft Annemone Suter auf (Kontaktdaten im Infokasten).

   

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