Zerbst l Zuletzt diente die Grünfläche an der Ecke Wolfsbrücke/Breite als Ausweichparkplatz. Auch Trödelmärkte fanden an der Stelle statt, an der einst die beiden BWZ-Wohnblöcke standen. Ende 2004 erfolgte der Abriss der zuvor entkernten Gebäude. Es handelte sich um die zweite Maßnahme innerhalb des Programms "Stadtumbau Ost" in Zerbst.

Begradigt und rekultiviert fand sich für das Areal seither allerdings kein Investor - bis jetzt. Wie Bürgermeister Andreas Dittmann informiert, wurde die Freifläche, die bis dato der kommunalen Bau- und Wohnungsgesellschaft Zerbst (BWZ) gehörte, an den AWO Landesverband Sachsen-Anhalt verkauft. Wie Pressesprecherin Cathleen Paech mitteilt, möchte die Arbeiterwohlfahrt ihr Pflegenetz in der Rolandstadt ausbauen.

Aus diesem Anliegen heraus wurde das über 5900 Quadratmeter große Grundstück erworben. Entstehen sollen dort 45 altengerechte Wohnungen und eine Seniorenbegegnungsstätte. Als nächstes wird der Bauantrag für das Projekt gestellt. Sobald die Genehmigung vorliegt, soll es konkretere Informationen zu dem Vorhaben geben - zum angedachten Gebäudekomplex, dem zeitlichen Ablauf, den Kosten oder auch den Angeboten der Begegnungsstätte.

Klar ist das Anliegen der AWO. "Selbständigkeit, Sicherheit und das Wohnen in vertrauter Umgebung - dies sind oft geäußerte Wünsche älterer Menschen. Sie möchten so lange wie möglich zu Hause in den eigenen vier Wänden leben und auch dort gepflegt werden. Dem will die Arbeiterwohlfahrt Rechnung tragen", erklärt Geschäftsführer Wolfgang Schuth.

Bereits seit 1997 befindet sich das Zerbster Seniorenzentrum Am Frauentor in der Hand der Arbeiterwohlfahrt. Das Haus bietet 64 pflegebedürftigen Menschen ein Zuhause und kann bis zu sieben Tagesgäste aufnehmen. 2006 ging in der Dessauer Straße das MVZ AWO Gesundheitszentrum an den Start, eine fachübergreifende fachärztliche Einrichtung.

"Wir wollten dazu beitragen, mit besonders zugeschnittenen Angeboten auf den Bedarf, die Wünsche und die Teilhabe der älteren Generation am gesellschaftlichen Leben zu reagieren", sagt Schuth.

Mit dem geplanten ambulant betreuten Wohnen werde dieses Konzept nun weiter fortgeschrieben.

450 Beschäftigte betreuen etwa 800 Menschen

Wie Cathleen Paech informiert, werden die Zerbster Pflegeeinrichtungen von der Soziale Dienste Sachsen-Anhalt betrieben. Die gemeinnützige Gesellschaft des AWO Landesverbandes Sachsen-Anhalt hat insgesamt zwölf Seniorenzentren und zwei ambulante Pflegedienste unter ihre Obhut - unter anderem in Aken, Dessau, Halle (Saale), Magdeburg, Naumburg und Jerichow. Erst jetzt im Mai eröffnete in Leuna ein neues AWO Seniorenzentrum mit 57 Pflegeplätzen und neun altengerechten Zwei-Raumwohnungen. Die mehr als 450 Beschäftigten betreuen etwa 800 pflegebedürftige Menschen.