32 Jungen und Mädchen der Kindertagesstätte "Zerbster Strolche" besuchten die Baustelle des Energieparks auf dem früheren Militärflugplatz. Dort sahen sie zu, wie die Windanlage Nummer neun aufgebaut wird.

Zerbst l "Woher weißt du eigentlich, wie ich heiße?", fragt Jonas Marcel Schöbel. Der Prokurist der Getec Green Energy AG antwortet schmunzelnd: "Na, weil das auf deinem Helm steht." "Achso", fällt es Jonas wieder ein. Er und 31 weitere Kinder der "Zerbster Strolche" waren zu Gast auf dem Zerbster Flugplatz. Dort errichtet die Getec Green Energy einen Windpark. Zehn Anlagen entstehen dort seit dem Herbst vergangenen Jahres. Zurzeit werden die Türme der "Mühlen", wie sie Schöbel nennt, errichtet. "Dazu haben wir die Kinder eingeladen", erzählt Chris Döring, Vorstandsmitglied der Magdeburger Firma. Er und Kita-Leiterin Jana Bölling kennen sich aus ihrer Schulzeit. "So kamen wir auf die Idee, mal einen Tag auf dem Platz hier zu gestalten", sagt Döring. Ein Bus hat die Kinderschar und ihre Betreuer abgeholt und zum ehemaligen Militärflugplatz gebracht. Mit einem kleinen Spaziergang erkunden sie das Terrain, besehen sich auch den riesigen Photovoltaikpark auf dem Areal. "Die Kinder sind daran sehr interessiert", berichtet Jana Bölling. Von Langeweile ist beim Spaziergang über das manchmal doch recht karge Gelände nichts zu spüren. Das liegt sicher auch an den vielen Dingen, die der Prokurist Marcel Schöbel zu berichten weiß. Der hat allen Kindern auch die gelben Helme überreicht und jedem auch ein paar Arbeitshandschuhe. "Weil das richtige Bauarbeiter auch anziehen", sagt er.

Die Kinder freuen sich darüber und bedanken sich mit einem Lied. Angekommen an der "Mühle 9" können sich die kleinen Bauarbeiter erstmal stärken. Saft, Kekse, Früchte und Obst hatten die Getec-Mitarbeiter besorgt. Dann holt sie Dietmar Raue ab. Der Prokurist muss lachen und sagt: "Bei uns haben die Chefs gelbe Helme" und deutet auf seine Kopfbedeckung. "Naja", sagt er grinsend und führt die Gruppe näher an den schon von Weitem sichtbaren blauen Kran heran. Die Kinder sollen schätzen, wie hoch der Kran ist: "100 Meter", rufen einige. "Fast", antwortet Raue. "1000?", wird zaghaft nachgefragt. "Nein. 93 Meter ist er hoch." Raue erzählt, dass die 23 Segmente zwischen elf und 18 Tonnen wiegen.

Mindestens drei Tage benötige seine Firma, die riesigen Ringe millimetergenau übereinander zu setzen. In der wachsenden Säule befinden sich zwei Mitarbeiter, die dem Kranführer Anweisungen geben und die Führungsschienen ineinandersetzen. "Danach hebt der Kran ihr Podest an, sie verklinken sich mit dem neuen Element und warten auf das nächste", berichtet er.

Der oberste Ring wird mehr als 60 Tonnen wiegen, der Kopf samt Rotor sogar mehr als 80. Dafür wird eigens ein Kran bestellt, für dessen Aufbau selbst drei extra Kräne nötig sind. 150 Meter wird dieser emporragen. Doch auf den muss er noch warten. "Sobald die Säulen stehen, werden sie innen mit 20 armdicken Stahlseilen verspannt", erzählt Schöbel. Danach werde das "Innenleben" installiert. Der Trafo sei schon vorhanden, Kabel, ein Fahrstuhl, Leitern für den Notfall und alle andere technischen Dinge werden dann eingebaut, fügt er an. Bis alle zehn Anlagen nach den entsprechenden Abnahmen und Tests laufen, wird es Oktober sein. "Damit liegen wir gut im Plan. Ein Jahr ist für so ein Projekt eine Spitzenzeit." Der Windpark soll 80 Millionen Kilowatt Leistung generieren. "Genug Strom für 32 000 Haushalte", sagt Schöbel. Und er lädt ein: "Wer sich selbst einmal ein Bild machen möchte, der kann sich den 9. Juni im Kalender notieren." Zwischen 16 und 19 Uhr werden die Getec-Mitarbeiter an der "Mühle 1" für Fragen und Antworten bereitstehen. "Wir werden auch Essen und Trinken bereitstellen. Alles kostet einen Euro. Den Betrag werden wir einem guten Zweck, vermutlich für Vereinsarbeit, spenden", fügt er hinzu.

   

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