• Am 3. April 1886 in Dessau geboren, aufgewachsen und Schulzeit. Vater war Kaufmann in Dessau.

• 1903 bis 1908 Besuch des Anhaltischen Lehrerseminars in Köthen / Anhalt.

• 1908 Schulamtskandidatenprüfung des Herzogtums Anhalt-Dessau.

• Am 1. April 1911 erste Anstellung als Lehrer in Wörbzig, Kreis Köthen / Anhalt.

• 1914 bis 1920 Kriegsdienst und Gefangenschaft in Frankreich.

• Am 22. März 1921 Hochzeit mit Auguste Marie in Bernburg, zwei Kinder.

• Ab 1920 und für 35 Jahre aktive Arbeit in der Vorgeschichte über die Grenzen Anhalts hinaus und mit zahlreichen Veröffentlichungen in der Fachpresse.

• 1931 bis 1939 Wohnung auf der Heide in Zerbst im Gasthof " Zur Münze ".

• Ab 1939 Lehrerwohnung in der Dessauer Straße 6.

• 46 Jahre im Schuldienst.

• 1945 Ausgrabungen aus den Trümmern des ehemaligen Landesmuseums ( Schloss Zerbst ) mit Prof. Dr. G. Hinze.

• 1952 aktive Mitarbeit beim Aufbau des heutigen Museums Zerbst.

• Sportlich betätigte er sich in jüngeren Jahren in einem Kegelclub, weiterer Ausgleich war ein Kleingarten.

• Am 7. Juli 1957 verstarb er 71-jährig in Zerbst und wurde auf dem Heidetorfriedhof zur letzten Ruhe gebettet.

Es sind Kulturfesttage-Veranstaltungen mit hoher Besuchergarantie, wenn der Zerbster Heimatverein zu Vorträgen mit Helmut Hehne einlädt. Auch am Dienstagabend waren die zahlreichen Stühle im Vortragsraum des Kreissparkassen-Gebäudes in Zerbst bis auf ganz wenige Ausnahmen komplett gefüllt. Neugierig waren die Gäste in diesem Jahr auf Geschichten um den Lehrer Max König und die Rohrstockzeit.

Zerbst. Was für ein glücklicher Umstand, dass Helmut Hehne just in der Dessauer Straße vorbeikam, als die Sekundarschule umzog und Aussortiertes vor der Tür stand. So blieben sie erhalten, jene Fotografien von Max König, die auf einer Wandzeitung zusammengestellt waren. Und so können sie den Vortrag des Zerbster König-Schülers über seinen Lehrer bereichern, der nicht einfach nur das war, sondern eine " Institution ".

Als einen " Lehrer alter Schule, der seine Schüler oft gehauen hat, aber auch ein väterlicher Freund war ", hat nicht nur Helmut Hehne den gebürtigen Dessauer Max König ( 1886-1957 ) in Erinnerung behalten. Mancher war da am Dienstagabend mit im Kreissparkassen-Vortragsraum, der ihn noch persönlich kannte. Authentizität, die dem jüngsten Hehne-Vortrag noch eine zusätzliche Lebendigkeit verleiht.

Erlebte Geschichten

Erste Erinnerung aber ist ein Gedicht. Fünf Textzeilen von Walther von der Vogelweide. Hier an die Leinwand geworfen, aber auch noch fest im Schülergedächtnis verankert, in jenem " Althochdeutsch, wie wir es lernen mussten ".

Gelernt haben Helmut Hehne und seine unter anderem auf Klassenfotos der 7. Klassen der Grundschule I aus dem Jahr 1949 abgebildeten Mitschüler bei Max König vor allem Deutsch und besonders Geschichte.

Die Vorgeschichte war es, die es dem Lehrer neben der Schule angetan hatte. " Buddel-Maxe " hieß er deshalb unter anderem bei seinen Lehrerkollegen. Helmut Hehne belegt dieses auch in Fachkreisen bekannte und gewürdigte Engagement mit Fotografien, originalen Skizzen von Grabungsorten des nebenbei auch guten ( manchmal auch verschönenden ) Zeichners König, mit Erinnerungen der Schüler, die ihn immer wieder mal begleiteten, mit dem Ausweis des bestellten " Kreispflegers für Bodenfunde ". Oder mit Max Königs " Schummelzettel " – er sei mit den Maßstäben nicht klargekommen.

Zahlreiche Fach- und geschichtliche Beiträge und zwei Broschüren hat er veröffentlicht, eine zum Beispiel mit dem Titel " Unsere Ahnen in der Urlandschaft Anhalts ".

Hatte der Lehrer nicht so recht Lust auf den Unterricht, reagierte er bereitwillig, wenn die Schüler fragten. Wie es war, wenn er ins Erzählen kam zum Beispiel über die Zeit, " wenn die Römer kamen ", trägt Karl-Heinz Zander mit einem Rückblick von Hans-Hermann Holländer vor. Wolfgang Sternickel, einst in der selben Klasse wie Helmut Hehne, erzählte von einem Einsatz im Schulgarten, bei dem ungewollt-gewollt ein Kirschbaum fiel. Helmut Klatt dagegen weiß von einer anderen König-Sicht zu berichten. Er hat ihn beim Hospitieren als junger Lehramtsanwärter 1952 erlebt.

Kissen unterm Arm

Der Lehrer Max König " ging jeden Morgen zur Schule mit einem Kissen unterm Arm, in dem das Klassenbuch eingeschlagen war, und der Pfeife im Mund ", erzählt Helmut Hehne.

Er streift durchs König ‘ sche Leben auch mit seinem Prüfungszeugnis zum Lehrer ( Turnen : sehr gut ; Orgelspiel : mangelhaft …), dem Bild im Kreise des Lehrerkollegiums, originalen Taschenkalendern von 1930 und 1931, erzählt von Witzen im Skizzenheft und vom Grabstein auf dem Heidetorfriedhof, dessen Erhalt – anders als in der Realität der Fall – eigentlich nie infrage gestellt sein dürfte.

Helmut Hehne hat originale Dokumente mitgebracht, die nach dem Vortrag das Besucherinteresse finden. Den Vortrag selbst übergibt er, wie alle Vorgänger auf CD gebrannt, wieder in einem Exemplar fürs Stadtarchiv an Bürgermeister Helmut Behrendt ( FDP ).

Der Zerbster Heimatverein hat im Juni 2006 am Schulgebäude in der Dessauer Straße eine Erinnerungstafel an Max König enthüllt.

Rückblick, Ausblick

Wolfgang Sternickel, bis vor wenigen Wochen Vorsitzender des Heimatvereins, nutzt den Dienstagabend auch, um im ersten Teil einen kleinen Exkurs in die Vereinsaktivitäten zu unternehmen. Er lässt die vielseitigen Aktivitäten des Jahres 2009 Revue passieren.

Innerhalb der Kulturfesttage lädt der Heimatverein am Donnerstag, dem 11. März, um 18 Uhr noch einmal in die Kreissparkasse ein. Jeanette Markmann erzählt von den " Titanen on Tour ".