Zum kommenden Schuljahr 2010 / 2011 verändert sich die Grundschullandschaft in Zerbst. Mit der Bartholomäischule wird es ab 1. August in Trägerschaft der Evangelischen Landeskirche Anhalts eine Evangelische Grundschule in der Stadt geben. Bewährtes der Freien Freinet-Schule wird dort eingehen, die Schule selbst nicht weiter bestehen.

Zerbst. Es ist Novum in der freien Schullandschaft Sachsen-Anhalts. Die Evangelische Landeskirche Anhalts übernimmt vom Verein " Lebensraum " die Trägerschaft der bisherigen Freien Freinet-Schule in Zerbst und führt sie als Evangelische Grundschule weiter. Entsprechende Gespräche zwischen beiden Partnern und dem seit 2007 arbeitenden Förderverein für eine Evangelische Grundschule in Zerbst hatten Mitte des vergangenen Jahres begonnen.

" Jetzt ist alles auf dem Weg ", sagt Fördervereinsvorsitzender Albrecht Lindemann und freut sich, auch auf das jüngste " Zeichen " der neuen Zerbster Schule verweisen zu können – den eigenen Internetauftritt. Vom Informationsflyer über den Anmeldeantrag bis zur Stellenausschreibung ist dort vieles zu finden.

Die Bartholomäischule Zerbst wird in die Schloßfreiheit 19 einziehen, seit 2007 das Domizil der im Jahr 2000 eröffneten Freinet-Schule. " Der Schulstandort ist klar und von allen Seiten gewünscht ", so Albrecht Lindemann. Auch der – an Evangelischen Grundschulen erfahrungsgemäß sehr stark nachgefragte – Hort, dessen Trägerschaft das Diakonische Werk im Kirchenkreis Zerbst übernimmt,

wird mit im Schulgebäude sein.

Dort stehen vor dem Start ins erste Schuljahr noch ein paar kleinere Umbauten an, weil der Unterricht an der Bartholomäischule einige Änderungen in der Raumkonzeption erfordert.

Die Schule wird weiter eine offene Ganztagsschule eben mit eingegliedertem Hort sein. " Wir wollen viele Angebote integrieren ", erzählt Albrecht Lindemann unter anderem von gerade geführten Gesprächen mit der Zerbster Musikschule zu möglichem Instrumentalunterricht.

Der Unterricht soll einzügig mit Klassen von je 20 Schülern über die vier Grundschulklassenstufen erfolgen. Jahrgangsübergreifend soll nur projektbezogen gearbeitet werden. Im ersten Jahr wird noch mit kombinierten Lerngruppen der 1. und 2. sowie 3. und 4. Klasse unterrichtet.

Die Schüler der jetzigen Freinet-Schule haben die Möglichkeit, ihre Grundschulzeit an der Bartholomäischule zu beenden. Die Freinet-Beschäftigten, deren Verträge mit Schuljahresende auslaufen, können sich auf die neuen Stellenausschreibungen bewerben. " Im März wollen wir das Kollegium vorstellen ", sagt Albrecht Lindemann. Und dass es auch vor dem Hintergrund knapper werdender Grundschullehrer in Sachsen-Anhalt " schon gute Bewerbungen gibt, auch für den Hortbereich ". Der Schulförderverein ist für " Lebensraum " -Mitglieder und natürlich auch alle anderen Interessierten ebenfalls offen.

Erfahrungen der unter anderem bereits in Köthen und Bernburg erfolgreich arbeitenden Evangelischen Grundschulen sollen in Zerbst einfließen. " Die Evangelischen Grundschulen haben immer auch einen starken reformpädagogischen Anteil ", so der Fördervereinsvorsitzende. Auch hier kann auf die Ausrichtung der Freinet-Schule aufgebaut werden. Bewährtes aus deren Konzept wird übernommen, " zum Beispiel die besondere Betonung der musischen Komponente ".

Elternengagement hat eine wichtige Bedeutung für den Schulbetrieb. Neben dem Förderverein soll sich das auch in einem Schul- und Hortverwaltungsausschuss niederschlagen, dem ebenfalls Elternvertreter angehören werden.

Die Trägerschaftsübernahme verschafft der neuen Zerbster Grundschule im Übrigen auch dahingehend einen guten Start, dass die sonst notwendige eineinhalbjährige Eigenfinanzierung entfällt. Neben der staatlichen Unterstützung wird jedoch Schulgeld erhoben.

Die Idee zum Schulnamen, so Albrecht Lindemann, entstand durch den Standort. Da ist die Nähe zur St. Bartholomäikirche. Aber auch das benachbarte Gebäude. In der Schloßfreiheit 17 gab es schon einmal eine Bartholomäischule.

www. bartholomaeischule. de