Der Bestand der Grundschulen in Lindau, Walternienburg, Steutz und Dobritz ist mittelfristig gesichert. Das machte der Zerbster Schulamtsleiter Andreas Dittmann am Dienstagabend in Lindau deutlich. Dort tagte der Sozial-, Schul-, Kultur- und Sportausschuss Zerbst. Ein Schwerpunkt waren die Lindauer Intensionen für das Schul- und Burggelände.

Lindau / Zerbst. Der Sozial-, Schul-, Kultur- und Sportausschuss geht auf Reisen. Über das Kernstadtgebiet hinaus werden sich die Ausschussmitglieder mit den für ihre Zuständigkeit wichtigen Einrichtungen im neuen Stadt- ( Umland ) -Gebiet vertraut machen. Erste Station war Lindau.

Konkret jenes Areal, so Ortsbürgermeister Helmut Seidler, das nicht nur auf die Grundschule fixiert ist, sondern – von der Burg bis zum Kirchenumfeld – auch weiterhin wichtig für die infrastrukturelle Entwicklung des Ortes. Das auf dem Burggelände Entstandene sahen sich die Ausschussmitglieder kompetent geführt ebenso an wie Grundschule, Hort, leer stehende Sekundarschule und die von der Grundschule sowie die vom Vereinssport genutzte Turnhalle.

In der folgenden Ausschusssitzung im Lindauer " Bürgerhaus " im Beisein von Ortschaftsräten um den stellvertretenden Ortsbürgermeister Volker Schub ( Helmut Seidler hatte noch einen anderen Termin ) heißt ein Tagesordnungspunkt " Perspektiven für den Schulstandort Lindau ".

" Man könnte schlussfolgern, dass es Probleme mit dem Standort gebe ", so Amtsleiter Dittmann. Das sei nicht der Fall, wie auch die Grundschulen in Dobritz, Steutz und Walternienburg in der Schulentwicklungsplanung des Landkreises alle " als bestandsfähig eingeschätzt sind ".

Die Stadt Zerbst kann anhand der Geburtenzahlen der letzten sechs Jahre mit " belastbaren Zahlen " für die kommenden sechs Jahrgänge der Abc-Schützen agieren. Andreas Dittmann belegt es am Lindauer Beispiel, dass die Schülerzahlen auch in der Langfristprognose bis 2018 die Kriterien des einzügigen Schulbetriebes erfüllen. " Und nur an den Schülerzahlen, nicht an Räumen oder Investitionen, macht sich die Bestandsfähigkeit fest ", sagt er, auf die jüngste Sitzung des Lindauer Ortschaftsrates eingehend, in der der gewollte Erwerb des Schulgeländes auch aus Gründen der Bestandssicherung der Schule diskutiert worden sei.

" Damit wäre der Tagesordnungspunkt theoretisch beendet ", meint der Amtsleiter, setzt praktisch aber seine Erläuterungen fort.

So zum von Grundschulleiterin Margitta Sens bekräftigten zusätzlichen Raumbedarf für den nach entsprechender EU-Verordnung an den Regelschulen geforderten integrativen Unterricht. Allerdings habe sich, macht der Amtsleiter deutlich, der Raumfaktor dafür nicht verändert. Für die Lindauer Schule wären danach fünf Räume angemessen. Sie hat neun, einschließlich Hortund Sportraum. Kein Einzelfall sei auch die Mehrfachnutzung des Hortes – zum Essen, Schlafen, für Hausaufgaben … " Wir hätten jedoch die Räume, dies zu trennen ", nennt Volker Schub später in der Diskussion die Lindauer Besonderheit. Zusätzliche Räume, wie sie das benachbarte, seit 2004 leer stehende Sekundarschulgebäude wohl habe, würden aber Investitionen bedeuten, so Andreas Dittmann.

Lindau möchte das im Landkreis-Eigentum befindliche Schulgelände erwerben. Es sei das letzte Drittel des sonst bereits im Lindauer Eigentum befindlichen Gesamtgeländes, sagt Helmut Seidler gegenüber der Volksstimme.

Und verweist auf den Gebietsänderungsvertrag. Dort stehe aber nicht, stellt der Schulamtsleiter am Dienstagabend klar, dass die Stadt eben den Kauf realisiere. Sondern dass " wir uns für die kostenlose Übernahme einsetzen ". Diese " Schenkung " werde schon länger verhandelt. Eine Kauf " verweigerung " sei demnach auch kein Vertragsbruch. Die 168 000 Euro, von denen in Lindau als Kaufpreis die Rede sei, seien die Altschulden, die noch auf dem Gelände lägen.

" Die Frage ist auch, inwieweit die Sicherung des Standortes vom Eigentum abhängig ist ", verweist Andreas Dittmann nochmals auf die analoge Zerbster Regelung, bei der die Stadt das Museum vom Kreis zur Miete nutzt und für Werterhaltung und Investitionen aufkommt. Hier sei noch nie etwas versagt worden, kein auch gefördertes Projekt an der Eigentumsfrage gescheitert. Andererseits sieht die Verwaltung allein 15 000 Euro an zusätzlichen jährlichen Kosten, wenn die Stadt nach Erwerb des Lindauer Geländes die Turnhalle für den Vereinssport vorhalten sollte. " Da ist die Sanierung der Sekundarschule noch nicht dabei. "

Für Projekte wie die gewollte Sanierung eines Burgmauerteils komme es deshalb weniger aufs Eigentum, sondern vielmehr darauf an, " wie es gelingt, Fördermittel und Eigenmittel aufzubringen ", so der Amtsleiter.

Bernd Wesenberg ( B 90 / Grüne ) zeigt bedingt Verständnis für die Lindauer Anliegen, sieht aber keine Probleme im Raumbestand für die Schule. Allerdings schlägt er vor, und Ortschaftsrat Gernot Rosenauer wird ihm zustimmen, vielleicht über ein Vorkaufsrecht für das Gelände zu verhandeln. " Falls es einen Investor gibt, der das Schulgebäude für eine Nutzung haben möchte, die der Stadt nicht recht ist. "