Zerbst ( ok ). " Wer es zulässt, dass anderen die Freiheit geraubt wird, verliert am Ende die eigene Freiheit. Wer es zulässt, dass anderen die Würde genommen wird, der verliert am Ende die eigene Würde. " Mit diesen Worten machte Helmut Behrendt, Bürgermeister der Stadt Zerbst, gestern auf das wohl schwärzeste Kapitel der deutschen Geschichte aufmerksam : auf den Holocaust, auf die systematische Vernichtung von Menschen, die nicht in die Diktatur des Nationalsozialismus passten.

Gestern jährte sich zum 65. Mal der Tag der Befreiung der Gefangenen im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Seit 14 Jahren ist der 27. Januar aus diesem Grund ein offizieller Gedenktag in der Bundesrepublik Deutschland. Rund 60 Zerbster, darunter zwei Schulklassen der Zerbster Ganztagsschule Ciervisti, Stadträte, Vertreter der Verwaltung und ältere Bürger nahmen an der Kranzniederlegung teil. " Es ist wichtig, das Bewusstsein für die Gefahren einer Diktatur rechtzeitig zu schärfen und den Wert jeden Lebens zu verdeutlichen ", so der Bürgermeister.

Er rief nochmals öffentlich und nicht zu überhören dazu auf, die Lehre aus der Geschichte zu ziehen : Nicht wegzuschauen, wenn " sich rechte Horden zusammenrotten, Jagd auf Menschen machen und jüdische Gotteshäuser in Brand stecken ".