Im Februar 2009 hat der Zerbster Stadtrat zum Standort für ein Katharina-Denkmal entschieden. Genau ein Jahr später steht in der nächsten Sitzung am 24. Februar erneut eine Standortentscheidung – die dann dritte – an. Das Denkmal soll seinen Platz vor den Haupteingang der Stadthalle erhalten. Die am Dienstagabend im Sozial-, Schul-, Kultur- und Sportausschuss erstmals vorgestellte Eilvorlage fand durchweg Zustimmung.

Zerbst. " Aller guten Dinge sind drei ", sagt Bernd Adolph ( CDU ), Vorsitzender des Sozial-, Schul-, Kultur- und Sportausschusses. " Manches Gute reift erst spät ", meint Heike Schrödter ( UWZ ). Auch die anderen Stadträte in der Ausschusssitzung am Dienstagabend haben überhaupt kein Problem mit der Beschlussvorlage, von der Kulturamtsleiter Andreas Dittmann sagt, dass " es uns nicht leicht fällt, dies erneut zur Diskussion zu stellen ". Diskutiert werden soll die Eilvorlage am kommenden Montag auch im Haupt- und Finanzausschuss. Zum Beschluss steht sie dann in der Stadtratssitzung.

Noch einmal, das dritte Mal nun, soll das für Zerbst geplante Katharina-Denkmal einen neuen Standort erhalten. Das Denkmal selbst, stellt der Kulturamtsleiter dabei klar, " steht nicht in Frage ". Nach seinen Informationen soll die von Michail Perejaslawez geschaffene Skulptur im März von Moskau nach Zerbst überführt werden.

Hier laufen die Vorbereitungen für den zur Denkmalaufstellung notwendigen Bauantrag. In diesem Zusammenhang gab es am Mittwoch vergangener Woche einen Vor-Ort-Termin mit den Vertretern der Denkmalbehörden von Land und Landkreis. " Wir wussten, dass es beim Landesamt für Denkmalpflege eine kritische Meinung zum Denkmal überhaupt und zum vorgesehenen Standort im Schloßgarten gibt ", sagt Andreas Dittmann. Die Aufstellung gilt als Eingriff in die Denkmalstruktur des Parkes, die die Stadt auch mit Umsetzung des denkmalpflegerischen Rahmenplans unterstützt.

Der Park aber, so wurde in einer weiteren Beratung am vergangenen Freitag und auch mit Vertretern des Kultus- und des Wirtschaftsministeriums in Zerbst deutlich, hat die Chance, in das Landesprojekt " Gartenträume " aufgenommen zu werden. Nicht zuletzt, so die Meinung aus dem Wirtschaftsministerium, da es in Zerbst die bewusste Entscheidung für das Katharina-Denkmal im Schloßgarten gebe und damit eine zusätzliche touristische Sogwirkung erwartet werde.

Vor diesem Hintergrund bat das Landesamt aber um einen Denkmal-Alternativvorschlag im Schloßgarten. " Diesen Ansatz hatte auch Karsten Gebhardt an uns herangetragen ", erklärt Amtsleiter Dittmann. Der für die Bauantragserarbeitung zuständige Bauingenieur verwies zum Beispiel auf die Größenwirkung des Denkmals im Verhältnis zur Stadthalle. " Und nicht zuletzt ist es dann auch aus dem unmittelbaren Heimatfestgeschehen heraus ", hebt Andreas Dittmann für die von der die technische Denkmalaufstellung vorbereitenden Arbeitsgruppe Katharina-Denkmal gefundene Standort-Alternative hervor. Verwaltungsmitarbeiter sowie Planer in der AG und der hinzu gezogene Schloss- und Schloßgartenspezialist Dirk Herrmann schlagen die Fläche vor dem Haupteingang der Stadthalle vor. Dort ist zudem eine bessere Blickbeziehung zu Schloss, Stadthalle und Orangerie gegeben. Die jetzt in dem Bereich stehenden Fahnenmasten werden umgesetzt.

Der Internationale Förderverein " Katharina II. " ist informiert, hat aber nach Andreas Dittmanns Aussagen noch um Zeit für eine Meinungsbildung gebeten. Die Stadt indes drängt auf Eile – deshalb auch die angestrebte schnelle Beschlussfassung – um die Denkmalvorbereitungen voranbringen zu können.

Von der Unteren Denkmalbehörde beim Landkreis, der letztendlich zu den Zerbster Vorstellungen entscheidenden Instanz, gibt es grünes Licht für den neuen Denkmalstandort. Vom Landesamt für Denkmalpflege, dessen Meinung einzuholen ist, wird die Reaktion in der kommenden Woche erwartet.

Ein Termin der Denkmaleinweihung steht noch nicht fest. Hier wartet die Stadt, so Andreas Dittmann auf Volksstimme-Nachfrage, noch auf Informationen in erster Linie aus dem Kanzleramt, auf welcher politischen Ebene Ehrengäste eingeladen werden können.

• Am 25. Februar 2009

entscheidet der Stadtrat, das für Zerbst geplante Katharina-Denkmal – in der Version von Frank Meisler – in der Mitte der Schloßfreiheit aufzustellen. Gleichzeitig heben die Stadträte einen Beschluss aus dem Jahr 1998 auf, wonach ein Denkmal im Schloßgarten, links neben dem Eingang von der Schloßfreiheit, aufgestellt werden sollte.

• Am 18. November 2009

stimmen die Stadträte zu, das Denkmal von Michail Perejaslawez als Schenkung für die Stadt anzunehmen und es auf den Mittelweg vom Katharinaweg zur Stadthalle im Schloßgarten aufzustellen.

• In ihrer nächsten Sitzung am 24. Februar liegt den Stadträten die Denkmalaufstellung auf der Fläche vor dem Haupteingang der Stadthalle zum Beschluss vor.