Die Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld schließt zum 1. April neben drei Filialen im Raum Bitterfeld auch die in Steutz und Walternienburg. Dies wird mit wirtschaftlichen Aspekten begründet. Zu verschiedenen Zeiten soll der gewohnte Service jedoch mit der fahrbaren Sparkassen-Filiale, einem Spezial-Lkw, in die Orte kommen.

Zerbst. Drastisch sinkende Einwohnerzahlen, weniger Konten, die Folgen überraschen niemanden : Die Infrastruktur auf dem Lande schrumpft. Aktuell zieht die Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld die Kostenbremse und schließt zum 1. April fünf Filialen. Betroffen sind auch die in Steutz und Walternienburg. " Mit 250 beziehungsweise 350 Konten sind diese beiden Filialen keinesfalls mehr wirtschaftlich zu betreiben ", erklärt Andreas Czaja, Bereichsleiter Vorstandsstab Personal der Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld.

Bereits vor Wochen hat das Geldinstitut die Bürgermeister konsultiert, die Gründe dargestellt und um Verständnis geworben. Seit gut zwei Wochen werden die betroffenen Kunden von den Sparkassenmitarbeiterinnen ihrer Filiale auf die bevorstehende Schließung vorbereitet. " Mitte Februar werden dann alle nicht erreichten Kunden schriftlich auf die Veränderung hingewiesen ", so Czaja.

Umfassend gesichert, so die Zerbster Gebietsdirektorin Christine Herzog, sei der Kontakt zu den bekannten Mitarbeiterinnen. " Elke Heinze wird künftig in der Filiale Güterglück auch für ihre Walternienburger Kunden da sein. Dasselbe gilt für Angelika Horn, die ihren Kundenstamm von Steutz nach Zerbst in die Filiale mitnimmt. "

Für Kunden, die schlecht zu den künftig " auswärtigen " Filialen kommen, wird die rollende Sparkassen-Filiale eingesetzt. " Die Filiale fährt bereits zweimal wöchentlich im Vorfläming-Bereich in die Orte Nedlitz, Grimme und Dobritz. Künftig wird sie einmal monatlich in Walternienburg sein und zweimal wöchentlich nach Steutz fahren. Wir werden schauen, wie das angenommen wird und dann die Frequenz gegebenenfalls verändern ", erklärt Frau Herzog.

Die Kreissparkasse hat im Zerbster Raum künftig neben der Filiale in Zerbst noch die in Güterglück und Lindau. Insgesamt gibt es im Landkreis Anhalt-Bitterfeld künftig 28 Filialen und darüber hinaus zwölf Selbstbedienungsstellen ( einer auf dem Heidetorplatz in Zerbst ). " Wir haben auch weiterhin ein äußerst dichtes Filialnetz. Dazu stehen wir auch als Kreissparkasse. Im Gegensatz zu Privatbanken oder gar Direktbanken sind wir vor Ort ", verweist Czaja auf die hohe Präsenz der Sparkasse. Jedoch sei der Blick auf die Kosten unverzichtbar. Die Konditionen der Mitbewerber seien teils günstiger, eben weil dort eine weit geringere Beratungs- und Kommunikationsstruktur vorhanden ist. " Und Direktbanken haben weder Kosten noch Investitionen. Dafür fährt man zum Beispiel bis an die Raststätte Köckern, um Bargeld abzuheben. Nein, wir sind für den direkten Kontakt mit den Kunden. " Ein weiterer Aspekt, so Czaja, sei der unverminderte Trend zum Online-Banking. Dieser wird unterstützt, mache jedoch die Filiale als Gebäude zunehmend überflüssig. Beratungen zu Geldangelegenheiten, Wertpapieranlagen und Versicherungen sind auch künftig in den Filialen möglich, aber das allein lastet sie nicht aus. Trotz Reduzierung der Öffnungszeiten und weiterer Maßnahmen arbeiten die beiden Geschäftsstellen seit mehreren Jahren defizitär. " Auch hinsichtlich unserer mittelfristigen Ausrichtung und zur Sicherung aller rund 400 Arbeitsplätze müssen wir an dieser Stelle einen Schnitt machen ", so Czaja.

Der Bereichsleiter verweist auf " gute Gründe, der Kreissparkasse die Treue zu halten. Sie berät ganzheitlich, hat auch künftig ein konkurrenzlos dichtes Filialnetz, in dem zusätzlich noch eine mobile Filiale eingesetzt wird ". Die Sparkasse gebe einen beachtlichen Teil ihres Gewinns über Spenden und Sponsoring in gesellschaftliche, soziale und kulturelle Einrichtungen und Institutionen zurück und sieht sich als " wichtigen Partner gerade des Mittelstandes. Das alles wollen wir bleiben. Dazu sind Effizienz nötig und eben auch solche Schritte wie die Schließung dieser beiden Filialen ".