Mit den Modalitäten zur Bildung eines neuen Stadtseniorenbeirates wird sich der Zerbster Sozial-, Schul-, Kultur- und Sportausschuss auch im Februar noch einmal beschäftigen. Am Dienstag machten die Ausschussmitglieder deutlich, dass das Gremium gewollt ist und dass die Geschäftsordnung des kreislichen Seniorenbeirates eine gute Diskussionsgrundlage auch für die Zerbster Handhabung ist.

Zerbst. Im November-Stadtrat hat die SPD-Fraktion den Antrag gestellt, die Verwaltung zu beauftragen, Modalitäten für die Schaffung eines vom Stadtrat berufenen Seniorenbeirates zu klären. Der Dezember-Stadtrat hat diesen Antrag in den Sozial-, Schul-, Kulturund Sportausschuss verwiesen. Dort war nun in der Januar-Sitzung Thema, wie eine Nachfolge der jetzt seit 2002 als eingetragener Verein agierenden Zerbster Seniorenvertretung zu schaffen ist.

Vor allem aus Alters- und Gesundheitsgründen können viele der dortigen Mitglieder die Arbeit nicht mehr im gewollten Ausmaß leisten. " Auch hatten wir meist zu wenig Einfluss, standen oft zwischen Baum und Borke. Das ist nicht im Sinn der Sache ", erklärt Vorstandsmitglied Regina Lange gegenüber der Volksstimme, warum ein Neuanfang für eine Interessenvertretung der Senioren sinnvoll ist.

SPD-Fraktionsvorsitzende Silke Hövelmann, 2001 bereits Beförderin der Seniorenvertretung, möchte diesen Neuanfang mit dem Antrag der Fraktion unterstützen.

" Das ist genau das, was ich will und wie es gemeint ist ", sieht sie sich im Ausschuss am Dienstag von der Verwaltung verstanden. Die hat den Ausschussmitgliedern die Geschäftsordnung des landkreislichen Seniorenbeirates als Diskussionsgrundlage an die Hand gegeben. " Die dortige Herangehensweise erscheint dafür geeignet und kommt dem SPD-Antrag am nächsten. Auch wenn nicht alles eins zu eins zu übernehmen ist ", erläutert Amtsleiter Andreas Dittmann.

Der Seniorenbeirat könnte als beratendes Gremium in enger Anbindung an Stadtrat und Bürgermeister entstehen und agieren. Wie gut das in entsprechender Form beim Landkreis funktioniert, erklärt Dr. Walter Elß ( FDP ) als Mitglied des dortigen Seniorengremiums. " Das ist eine gute Sache und auch für die jetzt größere Stadt mit neuen Problemen ist es wichtig, die Senioren weiter zu integrieren, mit Unterstützung des Stadtrates. " " Es ist wichtig, dass wir zu den älteren Bürgern stehen ", unterstreicht auch Heike Schröder ( UWZ ).

Mit vollendetem 55. Lebensjahr ist es möglich, Mitglied des Seniorenbeirates zu werden. Wie viele Mitglieder es sein sollten und wer ein Vorschlagsrecht für Beiratskandidaten haben sollte, wurde im Sozialausschuss diskutiert.

Acht Mitglieder, die Silke Hövelmann zunächst vorschlug ( beim Kreis sind es 12 ), wurden als zu wenig angesehen. Wird aber das Gremium zu groß, wenn Stadtratsfraktionen, Wohlfahrtsverbände, Kirchen … und auch noch die Ortsbürgermeister Vorschläge einreichen ? Habe man zu viele Vorschläge und könne nur wenige Beiratsmitglieder wählen, führe das berechtigterweise zu unnötigem Frust, gab Andreas Dittmann zu bedenken. Die Ortschaften sollten aber eingebunden werden, so zum Beispiel die Meinung von Bernd Wesenberg ( B 90 / Die Grünen ). Wiederum könne es aber auch nicht darum gehen, " von jeder möglichen Ebene einen Vertreter im Beirat zu haben ", sagt Dezernentin Evelyn Johannes. Günter Benke ( Wählerliste Sport / SPD-Fraktion ) etwa hatte darauf hingewiesen, dass sich Ü 55-Ansätze im Sport auch im Seniorenbeirat widerfinden sollten.

Die Verwaltung, so Andreas Dittmann, wird zur nächsten Sitzung recherchieren, welche Träger und Wohlfahrtsverbände im Stadtgebiet tätig sind und potenziell Seniorenbeiratsmitglieder vorschlagen könnten. " Dann besteht die Möglichkeit, das Thema anhand der Faktenlage noch einmal zu diskutieren. "