Trotz Nachtfrost und Schnee am Straßenrand sind Tiefbau-Kolonnen seit voriger Woche dabei, die schlimmsten Schlaglöcher in der Zerbster Innenstadt auszubessern. Im Tiefbauamt der Stadt wird der voraussichtliche Straßenreparaturaufwand für die Beseitigung von Winterschäden auf etwa 30 000 Euro geschätzt – gegenüber 2009 eine Steigerung um die Hälfte.

Zerbst. Ob Fußgänger, Radoder Autofahrer – jedermann wünscht sich dieser Tage ein Ende des Winters und Reparaturen an den Straßen, Wegen und Plätzen. Die gesamte Stadt ist schlaglochübersät. " Wenn es ganz schlimm wurde, haben wir auch direkt im Frost Schlaglöcher repariert ", erzählt Willi Neckmann. Er ist Geschäftsführer der Zetieba Zerbst GmbH und zuständig, wenn im Zerbster Untergrund eine Leitung freizulegen und zu reparieren ist oder eben Löcher in den Straßen zu Gefahren werden. " Da sind wir mit Kaltmischgut losgezogen. Doch das hält nicht lange. "

Aktuell wird heißer Asphalt – sogenanntes Heißmischgut – verwendet. " Das hält, können Sie glauben. " Dennoch schüttelt manch Zerbster wie Anfang der Woche an der Einmündung Dessauer Straße / Bahnhofstraße den Kopf. Frost und Schnee, feuchter Boden – hält denn das ? " Wir reparieren aktuell die schlimmsten Schlaglöcher. Schön der Reihe nach. Der Bereich wird mit heißem Material ordentlich verschlossen und die Kanten verstrichen. Das hält eine ganze Weile. "

Den heißen Asphalt holt sich die Zetieba-Mannschaft derzeit vom Mischwerk in Magdeburg. Neckmann benutzt dafür einen speziellen, vier Kubikmeter fassenden Thermobehälter. Der wird mit heißem Material befüllt und heizt es kontinuierlich. Unterdessen werden in Zerbst mittels Trennjäger glatte Kanten um die Schlaglöcher gezogen und so markierte rechteckige Flächen freigestemmt. Ist der Lkw angekommen, wird das Material eingebaut und sogleich verdichtet. " Das funktioniert. Die Fahrbahn muss frostfrei sein, alles andere ist egal. " Neckmann hat vom Tiefbauamt der Stadt eine Prioritätenliste bekommen. " Manches geht schon, anderes nicht. Der Bonesche Weg zum Beispiel ist derart beschattet, dass er nicht frostfrei wird. Da müssen wir auf andere Temperaturen warten. "

Gestern waren unter anderem der Parkweg und die Paul-Kmiec-Straße in Arbeit. Der Asphalt-Kocher war hier bereits auch am Vortag schon, als ein Teil der Löcher repariert wurde. Denn die Straße musste grundsätzlich befahrbar bleiben, die Männer konnten folglich nicht sämtliche Löcher in einem Zug neu verfüllen.

Ständig rollen den Tiefbauern Autos um die Nase. Einer der Fahrer ruft : " Baut doch gefälligst mal ein Sackgassenschild auf !" und hakt zurück. Eine junge Frau steht mit ihrem Auto direkt vor einem Bau-Laster und zuckt mit den Schultern. " Ich fahr ‘ nicht gern rückwärts. " Das übernimmt fix mal einer der Tiefbauer. Die junge Frau freut sich.

Willi Neckmann appelliert an den gesunden Menschenverstand. " Man sieht doch, dass da die Straße repariert wird. Da muss man eben mal ‘ ne Sekunde warten. "

Unterdessen wird im Tiefbauamt der diesjährige Aufwand für Fahrbahnreparaturen ermittelt. 2009 wurden gut 20 000 Euro für die Beseitigung von Winterschäden an den Straßen fällig. " Dieses Jahr werden wir wohl so um die 30 000 Euro ausgeben müssen ", erklärt Amtsleiter Bernd Köhler. An jedem Freitag werden mittlerweile Ortsbegehungen vorgenommen, um die Schäden zu erfasssen. Zerbst selbst sei bereits betrachtet worden. " In Zerbst allein haben wir rund 90 Kilometer kommunale Straßen ", so Köhler. Daneben sind nun auch die kommunalen Straßen in den Ortschaften zu betrachten und die schlimmsten Schäden zu beseitigen.