Der Parkweg im Zerbster Süden ist binnen weniger Jahre zu einem wesentlichen Teil der Infrastruktur geworden. Zugleich gibt es keine Ausbaupläne – im Gegenteil, sogar der Name des permanent zu flickenden Weges ist unter den Einwohnern umstritten.

Zerbst. " Das stimmt so aber nicht. Die reparieren nicht den Parkweg, denn der führt an den Eigenheimen vorbei und wurde noch nie richtig gebaut und erst recht nicht repariert !", hatte jüngst ein Zerbster heimatkundliche Ergänzungen übermittelt, als die Volksstimme zur kurzfristig nötigen Vollsperrung des Parkweges informierte. Der Mann interessierte sich für die Vergangenheit und noch mehr die Zukunft des " Parkweges ".

" Es gibt keine Ausbaupläne. Nichts dergleichen ", gab Bernd Köhler kurz und bündig Auskunft. Der Leiter Bauverwaltung / Tiefbau verwies auf Prioritätenliste und Haushalt. " Da geht nichts. " Was mit den permanenten Reparaturen nichts zu tun habe. " Der Parkweg ist eine öffentliche Verkehrsfläche. Diese Eigenschaft hat er durch den Einigungsvertrag : Alle öffentlich genutzten Verkehrsflächen sollten auch im vereinigten Deutschland für den öffentlichen Verkehr nutzbar sein. " Aber gewidmet wurde der Weg noch nie. So lässt sich auch keine Unterhaltsverpflichtung ableiten. Die entsteht aus dem täglichen Ansturm der Fahrzeuge, seit vielen Monaten auch der Busse. Der Parkweg ist ins Liniennetz integriert.

In der jüngeren Historie kommt der Parkweg vielgestaltig vor. Um 1990 gab es keine Bezeichnung für den heute asphaltierten Weg, dafür hieß der Pfad entlang der Einfamilienhäuser einfach auch " Paul-Kmiec-Straße ". Dem folgte eine völlig namenlose Zeit, ehe die " Straßennamenkommission " um Helmut Hehne sich der Sache annahm. Aus dessen Feder stammt der Stadtratsbeschluss, den Weg als Parkweg zu benennen. Das war 1995. Die Bezeichnung lag angesichts des angrenzenden Waldfriedens – damals ein städtischer Park – nahe. Mittlerweile stimmt selbst das nicht mehr. Der Waldfrieden ist kein Park mehr, sondern Wald. Der Ehrlichkeit wegen müsste nun aus dem Parkweg ein " Waldweg " werden …