Um die Gesichter der Sucht ging es für die Schüler der 8 a des Europagymnasiums Gommern. Im Rahmen des Projektes " Schüler machen Zeitung " beschäftigen sie sich mit der Sucht und wollen darüber Artikel schreiben.

Gommern. Vor dem Schreiben eines Artikels steht die Recherche. So auch für die Gymnasiasten in Gommern. Um mehr über Süchte zu erfahren, lud Deutschlehrerin Daniela Eberle Fachleute der Ortskrankenkasse AOK ein.

Wilko Petermann, Mitarbeiter der Pressestelle der AOK, informierte die Schüler über die verschiedenen Drogen. Streng unterschied er dabei in legale und illegale Drogen. Doch wie funktionieren Drogen ? Wie bewirken sie eine Abhängigkeit ? Um die Antworten zu den Fragen drückte sich der Fachmann nicht, sondern präsentierte den Schülern anschaulich in einem Vortrag die Erkenntnisse der Wissenschaft zu diesem Thema. Dass sich die Schüler damit inhaltlich stark beschäftigen, bewiesen die zahlreichen Fragen. Warum es denn Alkohol und Zigaretten zu kaufen gebe, obwohl das Suchtpotenzial dieser Produkte bekannt sei ?, fragte eine Schülerin.

Die Antwort von Wilko Petermann war einfach und verblüffend. Der Staat verdiene am Verkauf kräftig mit. Und zwar über die Steuern.

Dass die Auswirkungen der Suchtmittel auf die Gesundheit der Bürger ein Vielfaches mehr kosten, als an Steuereinnahmen erzielt werde, sei außerdem eine bittere Wahrheit.

Vielen Menschen sei die Abhängigkeit von einem Suchtmittel auch nicht so bewusst, sagte er ebenfalls. Dies könne sich schon im regelmäßigen, aber nicht übermäßigen Genuss von Alkohol widerspiegeln.

Kinder und Jugendliche reagierten auf das Thema sensibler und registrierten genauer die Verhaltensweisen von Erwachsenen, schob der Fachmann nach. Mit zu seinem Vortrag gehörte aber auch, welche Einrichtungen und Institutionen sich um die Suchtfolgen kümmern. Ebenso wollten die Schüler Ansprechpartner bei Suchtproblemen in Erfahrung bringen.

Im zweiten Teil der ausgedehnten Veranstaltung kam die AOK-Ernährungsberaterin Mandy Heider zum Zug. Das Thema der Expertin drehte sich um Essstörungen.

" Nicht nur Erwachsene, sondern auch Jugendliche sind davon betroffen ", sagte sie. Rund ein Drittel der Jugendlichen haben sich in ihren jungen Jahren bereits mit einer Diät beschäftigt. Meist geht es dabei darum, ungeliebte Fettpölsterchen verschwinden zu lassen. Dass eine Diät, falsch angewendet, mitunter gefährlich werden kann, wissen nur wenige, fuhr sie fort. " Es ist immer wichtig, sich fachlichen Rat zu holen, bevor jemand so etwas beginnt ", lautete ihr Ratschlag.

In den kommenden Wochen werden sich die Schüler weiter mit dem Thema im Rahmen ihres SchmaZ-Projektes beschäftigen. Ziel der Übung soll es sein, sagte Lehrerin Daniele Eberle, dass die Schüler in Gruppen eigene Artikel zu dem Thema schreiben. " Wir wollen sie dann auch der Volksstimme anbieten und hoffen, dass sie auch veröffentlicht werden ", sagte sie weiter. Die Aufarbeitung der Themen sei sehr interessant und beschäftige offenbar sehr viele Jugendliche, meinte die Lehrerin.