Mit einer breit gefächerten Veranstaltungspalette bereicherte der Güterglücker Heimatverein das Dorfleben im vergangenen Jahr. Zwischen Bastelabend, Konzert und historischem Erntedankfest konnten die Bürger wählen. Die Besucherresonanz bestätigte die Vereinsmitglieder in ihrer Arbeit. Für 2010 haben sich die 37 Frauen und Männer wieder einiges vorgenommen.

Güterglück. Das auffälligste Projekt, das der Heimatverein 2010 realisieren will, ist die Aufstellung eines Wasserkrans. Als technisches Denkmal soll die Einrichtung, mit der früher Dampflokomotiven mit Wasser betankt wurden, an die einstige Bedeutung Güterglücks als Eisenbahnknotenpunkt erinnern. Im Frühjahr soll der Kran, der ursprünglich auf dem örtlichen Güterbahnhof stand, am Dorfteich seinen neuen Platz finden. Zur Einweihung ist eine Festveranstaltung geplant, bei der dann auch eine Gedenktafel enthüllt wird.

Im vergangenen Jahr gelang es dem Verein, den historischen Wasserkran von der DB Netz AG zum Schrottpreis zu erwerben. Die 450 Euro übernahm komplett die Gemeinde, die sich zugleich um dessen Abbau kümmerte, wobei Heimatvereinsmitglied Helmut Feierabend tüchtig mithalf. Auch andere Güterglücker engagierten sich bereits für das Vorhaben. Während Mario Bruchmüller und Sven Leps den Kran mittels Sandstrahlen entrosteten, verpasste ihm Kurt Schmidtke einen ersten Anstrich. Inzwischen wurde auch das Fundament für die freistehende Konstruktion gegossen. Hier teilten sich Gemeinde und Verein die Kosten.

Dieser besitzt im Güterglücker " Lokschuppen " nunmehr eine ständige Informationsecke, die stetig aktualisiert wird. Eingerichtet wurde der " Info-Punkt " durch Susanne Baumgart. Sie gehört dem Heimatverein genauso an wie Marlies Holz und Christel Bressel sowie Ellen und Joachim Biedermann. Das Quartett zeichnete in den beiden zurückliegenden Jahren verantwortlich für das Kalender-Projekt, das fortgesetzt werden soll, nachdem der zweite Güterglücker Monatsplaner den gleichen reißenden Absatz fand wie der erste. " Vom Kalender 2010 wurden alle 245 gedruckten Exemplare verkauft ", erzählt Vereinsvorsitzender Dr. Jürgen Baumgart.

Bei seinem Rückblick auf 2009 fällt auf, dass zwischen Februar und November kein Monat verging, in dem der Heimatverein nicht zu einer Veranstaltung einlud. Beim Kerzenherstellen, Osterbasteln für alle Kinder oder dem Anfertigen weihnachtlicher Dekorationen konnten die Teilnehmer kreativ tätig werden.

Unterdessen lockten die drei organisierten Konzerte zahlreiche Musikliebhaber aus den Nachbarorten in die Güterglücker Kirche. Während zwischen 60 und 70 Zuhörer den Darbietungen des Kammerchores Zerbst und des Vokalensembles " ProVoCantabile " aus Halle lauschten, war das Gotteshaus beim Auftritt des Zerbster Gospelchores mit 135 Besuchern fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Ein bis zwei Konzerte sollen auch in diesem Jahr wieder angeboten werden.

" Ein besonderer Höhepunkt war das Erntedankfest mit 83 Teilnehmern, die sich eine ähnlich fröhliche und informative Veranstaltung für 2010 wünschten ", berichtet Jürgen Baumgart. Anfang November nahmen die Vereinsmitglieder Jung und Alt mit auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. Anno 1780 legten sie einen Stopp ein. Bei einem deftigen, mit Liedern und Trinksprüchen garnierten Mahl erfuhren die nach " Mannsbildern " und " Weiberleut " getrennten Anwesenden, wie sich die Güterglücker Bauernschaft damals zu den verschiedenen Anlässen kleidete. Gespeist wurde übrigens wie dareinst üblich nur mit Löffel und Messer.

Gut besucht war auch das traditionelle Dorffest, bei dem der Heimatverein stets auf rege Unterstützung zählen kann – und zwar nicht allein von den Güterglücker Ratsmitgliedern und den Dutzenden von Sponsoren aus der Region. " Viele Dorfbewohner backen Kuchen und helfen bei der Durchführung des Festes, auch ohne Mitglied des Vereins zu sein ", freut sich Jürgen Baumgart. Dieses Jahr findet das Dorffest mit den vergnüglichen Straßenwettkämpfen übrigens am 10. Juli statt.

Wer möchte, kann sich mit dem 28. November schon mal den Termin für den Weihnachtsmarkt vormerken. Diesen führt der Heimatverein immer in Kooperation mit dem Gemeinderat und dem Förderverein der Ortsfeuerwehr durch. Letzterer ist zugleich Partner beim alljährlichen Maibaumsetzen, das 2010 ebenso wenig im Veranstaltungsplan fehlen wird wie die Bastel- und Handarbeitsnachmittage. Darüber hinaus ist vorgesehen, ein Puppenspiel für Kinder und Erwachsene zu organisieren. Auch zwei Jubiläen sollen gewürdigt werden : das 35-jährige Bestehen des Tiergeheges und die Anbindung an die Eisenbahn seit 135 Jahren.

Der Güterglücker Heimatverein präsentierte sich im vorigen Jahr aber auch nach außen. So beteiligte sich die Trachtengruppe Anfang Oktober am Umzug anlässlich des Zerbster Bollenmarktes. Zudem stand im Juli ein Vereinsauflug auf dem Programm. Eine Fahrradtour führte die Mitglieder, deren Anzahl inzwischen auf 37 angewachsen ist, erst zum Kunsthof Barby. Anschließend legten sie einen Stopp auf der Walternienburger Burganlage ein und ließen sich auf den Bergfried führen.