Zwar musste die Ortsfeuerwehr Nutha / Niederlepte 2009 zu keinem Einsatz ausrücken. Auf den Ernstfall vorbereitet sind die engagierten Kameraden. Rege nehmen sie Aus- und Weiterbildungsangebote wahr. Und auch der Nachwuchs ist gesichert. Das spiegelte die Jahreshauptversammlung am Freitagabend wider.

Nutha. Zum ersten Mal leitete Thomas Mücke die Jahreshauptversammlung. Auf der letzten bereits zum Nachfolger auserkoren, übte er seit Januar kommissarisch die Funktion des Ortswehrleiters aus, in die er am Freitagabend offiziell gewählt wurde. Zuvor allerdings ergriff er das Wort, um das zurückliegende Jahr Revue passieren zu lassen.

Wie Thomas Mücke schilderte, führten sie 2009 erstmals eine Truppmannausbildung in den eigenen Reihen durch. " Fünf Kameraden sind nun echte Feuerwehrleute ", konstatierte er lächelnd. Im September folgte mit den Dienstabenden zur theoretischen Schulung die nächste Neuerung. Der designierte Ortswehrleiter äußerte sich positiv überrascht über die hohe Teilnehmerzahl, die bis dato so geblieben sei.

Nicht ohne Stolz berichtete er von 17 bestandenen Kreisausbildungslehrgängen unter anderem zum Funker, Motorkettensägenführer, Atemschutzträger und Maschinisten. Hinzu kamen drei erfolgreich absolvierte Lehrgänge an der Brand- und Katastrophenschutzschule in Heyrothsberge zum Beispiel zu Gefahrenstoffen ( ABC ). " An Motivation scheint ‘ s nicht zu mangeln ", blickte Thomas Mücke in die Runde der Kameraden und ergänzte : " Wir sind auf einem guten Weg. "

Zu diesem gehört ebenfalls, dass die Nuthaer und Niederlepter mit den Ortsfeuerwehren Güterglück, Hohenlepte, Moritz, Gehrden und Walternienburg in diesem Winter eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen haben. Neben einem einheitlichen Dienstplan sind drei gemeinsame Veranstaltungen geplant – zur Ersten Hilfe, zur technischen Hilfeleistung und eine große Einsatzübung. Außerdem soll es eine Treffen der Führungskräfte geben, wie Thomas Mücke erläuterte.

Er ließ bei seinem Rückblick auch die gesellschaftlichen Aktivitäten der Kameraden nicht unerwähnt. Das Maibaumaufstellen habe 2009 im Gegensatz zum Vorjahr " ohne Vorkommnisse " geklappt, erzählte Thomas Mücke schmunzelnd. Zugleich bedauerte er, dass der zum " Tanz in den Mai " für die Bevölkerung geöffnete Kameradschaftsabend unter den Bürgern leider keine Resonanz fand. Die Teilnehmer zumindest genossen die Geselligkeit. Für ihr leibliches Wohl sorgte Familie Garbe, der der frisch gekürte Ortswehrleiter bei der Gelegenheit nochmals dankte.

Des Weiteren stellten sich die Kameraden im vorigen Jahr erneut sportlichen Herausforderungen. So wetteiferten sie im Löschangriff nass in Garitz mit um den Bürgermeisterpokal. Mit dem Sieg klappte es zwar nicht, allerdings " haben wir erstmals Hohenlepte hinter uns gelassen ", erinnerte Thomas Mücke an den zehnten Platz der Männermannschaft. Das Frauenteam belegte Platz 3. Beim Ausscheid in Zerbst traten sie ebenfalls an. Mehr Eindruck hinterließ jedoch der Umzug anlässlich des 140-jährigen Bestehens der Zerbster Wehr, in dem die Nuthaer und Niederlepter als Staffel vertreten waren.

Im Oktober folgte schließlich die Beteiligung am Kreisausscheid in Drosa. " Nach gefühlten 100 Kilometern und einem Pferdewagen hatten wir zumindest den Nachbarort gefunden ", erzählte Thomas Mücke, wie sie nette neue Kameraden kennenlernten, die sie schließlich zum Zielort geleiteten. Eine Überraschung wartete dann bei ihrer Rückkehr in Nutha auf sie : Ihr Kamerad Frank Wesenberg hatte für alle Königsberger Klopse zubereitet.

Zu Wettkämpfen rückte auch der Nachwuchs aus. Pokale für einen zweiten und einen dritten Platz im Löschangriff konnten die Mitglieder der Jugendfeuerwehr einheimsen. Eine Premiere bildete für sie die Teilnahme an der Gruppenstafette in Zerbst, wie Jugendwart Lars Neundorf informierte. In dem Zusammenhang regte er an, die Ausscheide der Jugend an einem separaten Tag und nicht zeitgleich mit denen der Erwachsenen durchzuführen.

Enttäuscht äußerte sich Lars Neundorf darüber, dass sich vergangenes Jahr nur die Hälfte der Jugendlichen am traditionellen Ausbildungszeltlager beteiligten. Sehr erfreulich sei indes gewesen, dass die Mädchen und Jungen der Kinderfeuerwehr so zahlreich mitmachten. Zudem nutzte er die Gelegenheit, um sich bei den Kameraden zu bedanken, die ihn bei der Nachwuchsarbeit unterstützen. Sein persönliches Ziel ist es, den Jugendlichen die Fertigkeiten zum Ablegen der Jugendflamme Stufe I zu vermitteln.

" Ihr seid ‘ ne dufte Truppe und habt viel erreicht im letzten Jahr. Das ist beachtlich ", ergriff Thomas Sanftenberg das Wort. " Ohne Feuerwehr geht Vieles nicht ", dankte der Sachgebietsleiter Brandschutz der Stadt Zerbst den Kameraden für die ehrenamtlich geleistete Arbeit. Dem konnte sich Ortsbürgermeisterin Sylvia Rothe nur anschließen : " Wenn man was braucht, dann kann man sich auf euch verlassen. " Nicht zuletzt imponierte ihr der Zusammenhalt innerhalb der Wehr.

" Pflegt das ", bezog sich Steffen Schneider auf die tolle Kameradschaft und die offensichtliche Begeisterung für die Feuerwehrarbeit. Gleichzeitig hieß der kommissarisch eingesetzte stellvertretende Stadtwehrleiter die Nuthaer und Niederlepter in der Stadtfeuerwehr Zerbst willkommen. " Wir freuen uns, in eure Familie aufgenommen worden zu sein ", erklärte Thomas Mücke.

Die Ehrung langjähriger Mitglieder und die Beförderung von Kameraden rundeten die Jahreshauptversammlung im Gemeindehaus ab. Beim gemeinsamen Essen klang der Abend schließlich gemütlich aus.

• Die Ortsfeuerwehr Nutha / Niederlepte verfügt über 38 aktive Kameraden. Die Alters- und Ehrenabteilung zählt sieben Mitglieder. Der Jugendfeuerwehr gehören sechs Nachwuchsbrandschützer an. Bei der Kinderfeuerwehr machen derzeit drei Mädchen und Jungen mit.

• Ortswehrleiter ist Thomas Mücke, sein Stellvertreter ist Michel Hellfritsch.