Im Januar 2007 fegte Orkantief " Kyrill " über Deutschland hinweg. Im Landesrevier Hoher Fläming richtete der Sturm damals enormen Schaden an. Eine der letzten verwüsteten Flächen forsteten Dobritzer Grundschüler nun wieder auf. Gemeinsam mit Eltern und Großeltern pfl anzten sie Kiefern im Waldschutzgebiet Bärenthoren.

Bärenthoren / Dobritz. " Das macht Spaß ", findet Jasmin. Routiniert drückt die Zehnjährige einen Hufschen Spaten in den Waldboden. Mit dem Herausziehen des Geräts hebt sie ein Pflanzloch aus. " Ich mache lieber Löcher als zu pflanzen, vor allem, weil man da schneller ist ", erklärt Jasmin. Unterdessen ist Lea wenige Schritte weiter darauf konzentriert, die Kiefernpflänzchen in die Löcher zu setzen und mit Erde anzufüllen.

Die beiden sind nicht die Einzigen, die am Sonnabend im Waldschutzgebiet Bärenthoren mit Aufforstarbeiten beschäftigt sind. Die gesamte vierte Klasse der Dobritzer Grundschule ist an diesem Vormittag aktiv. Tatkräftig unterstützt werden die Mädchen und Jungen von ihren Eltern und Großeltern. " Von jeder Generation ist jemand da ", bemerkt Lea lächelnd.

Gemeinsam forsten Jung und Alt eine ein Hektar große Fläche auf, die von Orkantief " Kyrill " im Januar 2007 verwüstet worden war. Es handelt sich dabei um eine der letzten " Kyrillflächen " im Landeswaldrevier Hoher Fläming, zu dem das 240 Hektar umfassende Waldschutzgebiet Bärenthoren gehört. " Das Waldschutzgebiet dient dem Erhalt und der Förderung des Kiefern-Dauerwaldes, den Friedrich von Kalitsch vor 125 Jahren in Bärenthoren eingeführt hat ", erläutert Revierförster Toren Reis, der mit Sohn Timon ebenfalls zu den Pflanzern gehört.

Bei herrlichem Sonnenschein rückt die Gruppe zügig in den Furchen vorwärts. Im Abstand von jeweils 50 Zentimetern landen die einjährigen Kiefernsämlinge im Boden. Vor allem für den Nachwuchs ist das eine ungewohnte Arbeit. " Es ist anstrengend ", gibt Lea zu. " Mir tut schon der Rücken weh ", gesteht Marie, deren Mutter von der Gemeinschaftsaktion draußen in der Natur begeistert ist. " Es ist ein tolles Erlebnis ", sagt Susanne Rückert.

Mit 10 000 Nadelbäumchen bepflanzen die Kinder und Erwachsenen die Waldfläche. Pro Kiefer erhalten die Viertklässler ein " Pflanzergeld " von 8 Cent, das sie für ihre Abschlussfahrt gut gebrauchen können. Die wird sie vom 26. bis zum 28. Mai nach Thale in den Harz führen.

Möglich gemacht hat die Aufforstaktion der Forst- und Umweltdienst Burkhard Schröter in Zusammenarbeit mit dem Landesforstbetrieb Anhalt. Die Firma aus Düben stellt sowohl die Kiefernsämlinge als auch das " Pflanzgeld " bereit. Derweil kümmert sich die Waldbau Stackelitz GmbH um die leibliche Versorgung des fröhlichen Pflanztrupps.

Mit dem einen Hektar, den die Dobritzer Viertklässler am Sonnabend bepflanzten, sind im Revier Hoher Fläming wieder 375 Hektar Windwurffl ächen aufgeforstet. Insgesamt sind damit nun 2 520 920 Bäume gepflanzt worden, wie Toren Reis informiert.