Die Landeshauptveranstaltung der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ( SDW ) zum Tag des Baumes am 25. April fand im Jugendwaldheim Spitzberg statt. Dort wurde der SDW-Landesverband vor 20 Jahren aus der Taufe gehoben. Das Gründungsjubiläum war am Sonntag zugleich Anlass, einen lehrreichen Familienwalderlebnistag zu veranstalten.

Spitzberg. Die harmonischen Klänge von Jagdhörnern tönen über das Gelände des Jugendwaldheims Spitzberg. Da greift Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Hermann Onko Aeikens zum Spaten. Unterstützt vom Vorsitzenden des SDW-Landesverbandes Sachsen-Anhalt, Ralf Geisthardt, und der Fielmann-Regionalleiterin Kerstin Neitzel pflanzt er eine von drei Vogelkirschen in den Garten der waldpädagogischen Einrichtung. " Dieser Baum steht außerordentlich stabil ", bemerkt Aeikens gut gelaunt.

Die Vogelkirsche ( lateinisch Prunus avium L. ) ist der Baum des Jahres 2010. Botanisch gehört die Wildform der Süßkirsche zu den Rosengewächsen. Der genügsame Laubbaum mit den schneeweißen Blüten und dem begehrten Holz wächst an Waldrändern ebenso wie im Gebirge. Er kann über 20 Meter hoch und bis zu 100 Jahre alt werden, wissen die Schülerinnen der Roßlauer Sekundarschule " An der Biethe ". In einem Kurzvortrag informieren die vier Achtklässlerinnen am Sonntag über die Vogelkirsche, die beim diesjährigen Tag des Baumes im Mittelpunkt steht.

Seit 1952 wird der Tag des Baumes am 25. April alljährlich in Deutschland begangen. Seine Wurzeln hat er im baumarmen Nebraska. In dem amerikanischen Bundesstaat war der Journalist und Bauer Julius Sterling Morton ausgewandert. Er bewirtschaftete dort seit 1854 eine Farm, auf der er zum Schutz vor Erosion Hecken und Bäume pflanzte. Basierend auf seinen Erfahrungen propagierte Morton das Anpfl anzen von Bäumen. Zugleich forderte er einen Tag des Baumes, der daraufhin 1872 erstmals in Nebraska durchgeführt wurde, bevor er sich allmählich ausbreitete.

Seit 20 Jahren ist der Tag des Baumes nunmehr auch in Sachsen-Anhalt eine " hervorragende Tradition ", wie Aeikens findet. Gern tritt er da in die Fußstapfen seiner Amtsvorgängerin Petra Wernicke. Der Tag sei Gelegenheit, auf die Bedeutung des Waldes für das Klima und den Erosionsschutz, aber auch für die Holzgewinnung und den Tourismus hinzuweisen, erklärt der Minister.

Der 25. April diene nicht zuletzt dazu, etwas Nachhaltiges für die Umwelt zu tun, kommt Ralf Geisthardt auf die mit dem Tag des Baumes verbundenen Pflanzaktionen zu sprechen. " Seit vielen Jahren erhalten wir Unterstützung durch die Firma Fielmann ", berichtet der SDW-Landesvorsitzende von " vielen hundert Bäumen ", die das Unternehmen jährlich sponsert.

" Der Naturschutz ist bei unserer Firma tief verwurzelt ", erzählt Kerstin Neitzel, dass Fielmann seit Jahrzehnten für jeden Mitarbeiter jedes Jahr einen Baum pflanzt – bis heute bundesweit gut 800 000 Bäume und Sträucher. Auch die drei Vogelkirschen, die nun im Garten des Jugendwaldheims stehen, hat das Unternehmen fi nanziert. Genauso wie 200 weitere Vogelkirschen und 75 Wacholder, die im Rahmen der Landeshauptveranstaltung des SDW auf dem Spitzberg gepflanzt werden.

Die Veranstaltung, die musikalisch von der Jagdhornbläsergruppe Dessau / Roßlau-Köthen umrahmt wird, beginnt am Sonntagvormittag mit den Grußworten der Gastgeber und Gäste. So begrüßt auch Detlef Radtke die Anwesenden. Er ist Forstamtsleiter des Betreuungsforstamtes Nedlitz, zu dem das Jugendwaldheim Spitzberg gehört. Geografisch liegt es auf der Gemarkung der Doppelstadt Dessau-Roßlau, als deren Vertreter der Ortsbürgermeister von Rodleben, Frank Rumpf, angereist ist.

Nachdem die Sekundarschülerinnen den Baum des Jahres vorgestellt haben, folgt zuerst die bereits erwähnte symbolische Pflanzung dreier Vogelkirschen. Anschließend begeben sich die Teilnehmer zu einer nahe gelegenen freien Waldfläche am Streetzer Weg. " Wir befinden uns im Revier Steckby ", erklärt Wilhelm Uschmann, Leiter des Forstbetriebs Anhalt. Als Ergänzung zur Lärche sollen hier nun Vogelkirschen und einige Wacholder in die Erde gebracht werden, wie er erläutert. Kurz darauf schnappen sich nicht nur die Roßlauer Achtklässler Spaten, um das Areal mit vereinten Kräften aufzuforsten.

Nach der Gemeinschaftsaktion wird der Familienwalderlebnistag eröffnet, den der SDW-Landesverband gemeinsam mit dem Betreuungsforstamt Nedlitz organisiert hat. Mit Laufzetteln bewaffnet ziehen Familien, aber auch Geschwistergruppen durch den Wald. Zehn Stationen gilt es zu absolvieren. Neben Kenntnissen der heimischen Tier- und Pflanzenwelt sind beim Zielzapfenwurf oder Holzstämmestapeln auch sportliche Fähigkeiten gefragt. Während die drei besten Teams am Ende geschnitzte Preise erhalten, dürfen sich alle Teilnehmer über eine Urkunde und eine hölzerne Medaille freuen.