Mit dem " Fahrplan 2014 " stand beim ersten Treffen der Initiative " Deetz – So wollen wir leben !" im neuen Jahr die Dorfentwicklung im Mittelpunkt. Daneben trugen die Teilnehmer erste Ideen zur Gestaltung der 700-Jahr-Feier zusammen. Bis dahin soll auch der geplante Spielplatz zum Ortsbild gehören.

Deetz. Bevor die gesellige Runde in einen regen Gedankenaustausch verfiel, hatte Uta Eggerstedt eine positive Nachricht zu verkünden. " Wir erhalten 2697 Euro von der, Aktion Mensch ‘ als Zuschuss für den Spielplatzbau ", informierte sie die Teilnehmer des Treffens am Dienstagabend. Der von vielen Bürgern gewünschte öffentliche Spielplatz soll am Teich Gestalt annehmen. Sowohl bei der bisherigen Planung als auch bei der Realisierung des Vorhabens werden die Deetzer, vor allem der Nachwuchs, mit einbezogen. Mehrere Arbeitseinsätze mit Kindern und Eltern sind vorgesehen, um das Umfeld der Spielwiese herzurichten. Die angedachte eigenhändige Errichtung der Spielgeräte lässt sich aus sicherheitstechnischen Gründen nicht umsetzen. Diesbezüglich soll nun abgeklärt werden, ob der Bauhof diese Arbeiten erledigen kann.

Ein anderes Projekt, das die Initiative beschäftigt, ist die 700-Jahr-Feier. Deetz taucht nachweislich erstmals 1314 in einer Urkunde auf. Die Ersterwähnung soll 2014 angemessen gewürdigt werden. Vorgestern Abend trugen die Anwesenden erste Ideen zusammen, wie das geschehen könnte. Ganz oben auf der Liste stand der Festumzug. Auf ein positives Echo in der Runde traf das Angebot von Ortschronist Peter Dziubek, einen Vortrag über die Dorfgeschichte zu halten. Unterdessen regte Steven Wilzek an, dass es neben dem kulturellen Programm sportliche Aktivitäten geben sollte. In Anbetracht der privaten Sammler landwirtschaftlicher Technik im Dorf überlegte Uta Eggerstedt, diese zu fragen, ob sie ihre Höfe an einem Nachmittag für interessierte Besucher öffnen. Auch schwebte ihr vor, die vorhandenen Räumlichkeiten wie Bibliothek oder Sporthalle mit Veranstaltungen zu beleben.

Traum von der alten Schule als Bürgerhaus

Ihr größter Traum jedoch ist, bei der Jubiläumsfeier ein Deetzer Theaterstück aufzuführen. " Ich möchte mit Deetzern eine Theatergruppe gründen ", erzählte sie von ihrem tiefgehegten Wunsch. In Annemarie Trunschel fand sie dabei sogleich eine begeisterte Befürworterin. Die Heimatvereinsvorsitzende will mal gucken, ob sie da was findet. Immerhin gab es früher im Ort schonmal eine Theatergruppe.

Zugleich beschäftigten sich die Frauen und Männer an dem Abend mit dem " Fahrplan 2014 ". Hinter dem Stichwort verbarg sich die Frage, wie sich die Anwesenden die Dorfentwicklung bis zur 700-Jahr-Feier vorstellen. Visionen hatte jeder. " Ein Bürgerhaus fehlt in Deetz ", fand beispielsweise Heinz Werner. Das sah Annemarie Trunschel nicht anders. Sie hatte auch schon das optimale Objekt im Auge. Die alte Schule könnte man dafür herrichten. In ihrer Fantasie verwandelte sich die ungenutzte Bildungsstätte bereits in ein Mehrzweckgebäude mit Veranstaltungsraum, kleiner Küche, Heimatstube und Vereinsraum. Und aus dem Schulhof könnte man einen Dorfgemeinschaftsplatz mit Grillecke und Kräutergarten machen, schwebte ihr vor. Vorstellungen, die den anderen gefielen und die nun im Ortschaftsrat thematisiert werden sollen.

Gut vorstellen konnte sich Peter Dziubek, seine historische Aufnahmetechnikauszustellen. Mit einem Tonbandmuseum wäre Deetz um eine Attraktion reicher. Man könnte rund um den Ort Wanderwege anlegen, meldete sich Sören Heise vom Coyote-Verein zu Wort. Um seine eigene Hausfassade will sich Roland Meißner bis 2014 kümmern. Das Heimatvereinsmitglied griff damit das Bild von einem farbenfroheren Deetz auf. Auch grüner soll es werden, mehr Blumen das Dorf schmücken. Die alten Schilder müssten entfernt oder erneuert werden, verständigten sich die Anwesenden darauf, deren Besitzer diesbezüglich mal anzusprechen. Gleiches gilt für alte Schaukästen.

Vielfach geäußert wurde der Wunsch, die Zusammenarbeit im Dorf zu verbessern. Nicht nur Peter Dziubek sah in gemeinschaftlichen Aktionen ein ideales Mittel, um ein neues Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Deetzern zu erzeugen. So schlug Sören Heise vor, den Subotnik wieder einzuführen und sich nach und nach einzelne Ecken im Ort vorzunehmen. Da würden sie gemeinsam etwas tun und hätten noch einen positiven Nebeneffekt.

Beim Blick ins " Deetz ihrer Träume " sprudelten die Ideen der Teilnehmer nur so. Eine sinnvolle Nutzung für das alte Feuerwehrgerätehaus kam dabei genauso zur Sprache wie eine offene Kirche oder eine Internetpräsentation. Beim nächsten Treffen soll dann geschaut werden, was wie in Angriff genommen wird.

Die Initiative

• Im Sommer 2009 haben örtliche Vereine die Initiative " Deetz – so wollen wir leben !" aus der Taufe gehoben. Dazu gehören : der Heimatverein Deetz 2000, der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Deetz, der Coyote-Verein, der Gemeindekirchenrat sowie die Vereine des Jugendseeheims und des Europa-Jugendbauernhofes.

• Die Initiative koordiniert die Zusammenarbeit der Vereine, motiviert Leute und versucht, Geld für die zu planenden Projekte aufzutreiben. Die Initiative ist zugleich Schnittstelle und Ansprechpartner. Anliegen können persönlich bei den regelmäßige Treffen vorgetragen oder schriftlich im Briefkasten im Gemeindebüro eingesteckt werden.